Untergeschoss fast fertiggestellt

Neues Maintalbad: Das größte Investitionsprojekt in der Geschichte der Stadt liegt im Zeit- und Budgetplan

Rundgang über die Baustelle. Roland Allmannsdörfer informiert über die Anordnung der Becken und die verschiedenen Schwimmbadbereiche. - Fotos: Stadt Maintal


Mittwoch, 21.10.2026

MAINTAL - Der Weg durch das Untergeschoss gleicht dem sprichwörtlichen Spießroutenlauf. Unzählige Baustützen durchziehen den späteren Technikbereich. Metallische Schläge hallen von den nackten Betonwänden wider, dazwischen das Kreischen einer Kreissäge. Eine Etage darüber verlegen Flechter den Bewährungsstahl und verbinden die langen Stäbe, bevor der Beton für die Decke gegossen wird.

Es herrscht eine typische Baustellen-Atmosphäre in Maintals „Grüner Mitte“ – und doch ist das Bauprojekt einzigartig ...

Das größte Investitionsprojekt in der Geschichte der Stadt


Das zeigen bereits die Dimensionen, die bei einem Rundgang über die Baustelle besonders anschaulich und erfahrbar werden. Aber auch die vielfältigen Anforderungen, die mit dem Bau eines Schwimmbads mit kombiniertem Hallen- und Freibad verbunden sind. Zugleich ist der Neubau des Maintalbads das größte Investitionsprojekt in der Geschichte der Stadt Maintal.

Seit der feierlichen Grundsteinlegung im Frühjahr wächst das Gebäude sichtbar in die Höhe. Das Untergeschoss ist nahezu fertiggestellt. „Nun geht es darum, die Decke des Untergeschosses bis zum Winter zu schließen, damit die weiteren Arbeiten witterungsgeschützt erfolgen können“, erläutert Betriebsleiter Roland Allmannsdörfer. Das Untergeschoss wird später die gesamte Technik beherbergen. Unzählige Türöffnungen zweigen bereits von dem weitläufigen Raum ab. Auch die unterschiedlichen Höhen und späteren Beckenkubaturen lassen sich schon jetzt gut erkennen.

Bürgermeisterin Monika Böttcher, die Leiterin des Fachbereichs Bau- und Gebäudemanagement Lisa Lerch und Schwimmbadleiter Roland Allmannsdörfer (von rechts) im späteren Zugangsbereich für Vereine und Schulen.

Bürgermeisterin Monika Böttcher, die Leiterin des Fachbereichs Bau- und Gebäudemanagement Lisa Lerch und Schwimmbadleiter Roland Allmannsdörfer (von rechts) im späteren Zugangsbereich für Vereine und Schulen.

"Wir liegen bis jetzt im Zeit- und Budgetplan"


Während es auf der Baustelle dröhnt und donnert, laufen die Abstimmungen im Hintergrund geräuschlos. „Wir liegen bis jetzt im Zeit- und Budgetplan und haben bereits mehr als 70 Prozent der Gewerke beauftragt“, teilt Bürgermeisterin Monika Böttcher mit. Zu den Auftragsvergaben zählen nahezu alle Leistungen für die technische Gebäudeausrüstung, die besonders kostenkritisch sind. Bis zum Frühjahr 2028 soll das neue Maintalbad fertig sein. In der Hochphase werden bis zu 40 Unternehmen auf der Baustelle tätig sein. „Dann sind eine exakte zeitliche Planung und verlässliche Absprachen unabdingbar, damit sprichwörtlich ein Zahnrad ins andere greift“, sagt Lisa Lerch, Leiterin des Fachbereichs Bau- und Gebäudemanagement. Dafür sorgt die professionelle Begleitung durch den erfahrenen Projektsteurer Constrata.

Fördermittel fließen


Auch finanziell liegt das Vorhaben im definierten Rahmen. Dazu trägt der Wettbewerb bei den Ausschreibungen der einzelnen Leistungen bei. Die Stadt profitiert damit von einem wettbewerbsfähigen Preisgefüge. Nach jetzigem Stand wird die Baukostenobergrenze von 45 Millionen Euro eingehalten. Zusätzlich zu den sechs Millionen Euro aus dem Bundes-Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ und einer Millionen Euro aus dem „SWIM-PLUS“-Programm des Landes Hessen erhält Maintal nun weitere 13,7 Millionen Euro aus Mitteln des Infrastrukturförderungsgesetztes, dem Sondervermögen des Bundes.

„Mit insgesamt rund 21 Millionen Euro wird der Neubau damit zu einem beträchtlichen Anteil durch Fördermittel gedeckt“, berichtet Böttcher. Zudem soll es eine zweite Tranche des Sondervermögens mit weiteren rund sieben Millionen Euro geben, die ebenfalls für dieses Vorhaben verwendet werden können.

Wo nachhaltig gebaut wird


Mit dem Neubau des Bads schafft Maintal eine wichtige Sportstätte. „Die Zahl der Kinder, die nicht oder nicht sicher schwimmen können, ist alarmierend. Deshalb braucht es Wasserflächen für das Schul- und Vereinsschwimmen, aber ebenso für altersgerechte Angebote wie Wassergymnastik“, betont Böttcher. Das sehen die Stadtverordneten ebenso, die mit ihrem Beschluss den Weg für das neue Maintalbad freigemacht haben. Zugleich war das alte Maintalbad seit 1974 ein essentielles Freizeitangebot, gerade für Familien mit geringem Einkommen.

Die Anforderungen, die sich aus den vielfältigen Nutzungen ergeben, bilden sich im Neubau ab. Zugänge, Laufwege und Wasserflächen-Angebote wurden optimiert. Versiert kann Allmannsdörfer die verschiedenen Bereiche zwischen Betonpfählen und -wänden ausweisen. Dabei wird auch schnell deutlich, dass ein Schwimmbad kein Gebäude von der Stange ist, sondern individuell geplant wird. Jede Beckenform, jede Verschalung, alles ist speziell für das neue Maintalbad gefertigt.

Dabei besteht der verarbeitete Beton übrigens zu 30 Prozent aus Recyclingmaterial. Der Abbruch des alten Bades wurde dazu direkt vor Ort zerkleinert und für die Tragschicht unter den Außenbecken sowie für die Baustraße verwendet. Weiteres Material wird später in die Decken und Wände eingebaut. Und so steckt im neuen Maintalbad auch ein Stück Vergangenheit. Und wenngleich es bis zur Eröffnung noch etwa dauert – wer den anschaulichen Schilderungen des Betriebsleiters lauscht, hört es fast schon plätschern in den Becken ...

Der Baufortschritt kann jederzeit begleitet werden über die Baustellenkamera unter www.maintalbad.de/baustellenkamera. (red)

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