Gewerkschaft fordert zwei Euro pro Stunde mehr

Für diesen Hungerlohn stellt sich keine Gebäudereinigerin im MKK den Wecker

Blitzblanker Spiegel. Aber der kommt nicht von allein. Die, die alles auf den Toiletten von Büros, Schulen, Kitas & Co. im Main-Kinzig-Kreis wieder zum Glänzen bringen, sollen dafür einen besseren Lohn bekommen. - Foto: IG BAU/Tobias Seifert


Mittwoch, 28.10.2026

MAIN-KINZIG-KREIS - Sauber machen und dafür sauber bezahlt werden – das wollen die rund 2.050 Beschäftigten, die im Main-Kinzig-Kreis in der Gebäudereinigung arbeiten.

„Doch auf ein ordentliches Lohn-Plus warten Reinigungskräfte bislang vergeblich: Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur“, sagt Gernot Sattler von der IG BAU Hessen-Mitte.

Gewerkschaft fordert zwei Euro pro Stunde mehr


Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert zwei Euro pro Stunde mehr. Dann würde der Stundenlohn für eine Gebäudereinigerin bei 17 Euro liegen. „Doch die Arbeitgeber treten gewaltig auf die ‚Lohn-Bremse‘: Erst ab Mai nächsten Jahres soll es 1,8 Prozent – und damit lediglich 27 Cent pro Stunde – mehr geben. Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen“, so Gernot Sattler.

„Weigern sich die Unternehmen weiterhin hartnäckig, ein ordentliches Angebot auf den Tisch zu legen, dann werden viele Reinigungskräfte den Stecker vom Staubsauger ziehen: Sie hängen ihren Job an den Nagel und suchen sich etwas anderes“, warnt Gernot Sattler. Das würde die Betriebe „in erhebliche Schwierigkeiten bringen“. Denn das Personal in der Branche sei knapp. Insgesamt gibt es im Main-Kinzig-Kreis 86 Gebäudereinigungsunternehmen.

"Ein Knochenjob"


Der Vorsitzende der IG BAU Hessen-Mitte wird dabei deutlich: „Ab Januar steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde. Eine Gebäudereinigerin verdient aktuell aber nur knapp darüber – nämlich 15 Euro. Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen? Einen Job zum gesetzlichen Mindestlohn findet sie allemal auch woanders“, so Gernot Sattler. Immerhin sei die Arbeit in der Gebäudereinigung auch noch „körperlich hart: ein Knochenjob“.

Am kommenden Dienstag gibt es die nächste und entscheidende Verhandlungsrunde zum Gebäudereiniger-Lohn. Dann kommen die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zum dritten Mal am Tariftisch zusammen. (red)

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