Strauss droht mit Sponsoren-Aus wegen Russland
Mittwoch, 04.11.2026
von Redaktion Kinzig News
BIEBERGEMÜND - Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland steht bereits vor ihrem Beginn im Zeichen einer heftigen Kontroverse. Auslöser ist ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS), das die Rückkehr russischer Nationalmannschaften auf die internationale Eishockey-Bühne ermöglicht. Damit könnte Russland auch bei der WM vom 13. bis 30. Mai 2027 in Deutschland antreten. Dagegen regt sich Widerstand - auch beim langjährigen Sponsor Strauss.
CEO und Markenchef Henning Strauss kündigte in einem Statement an, dass sein Unternehmen im Falle einer russischen Teilnahme auf jegliche Logopräsenz im Umfeld der Weltmeisterschaft verzichten wird. Einen vollständigen Rückzug als Sponsor lässt Strauss ebenfalls prüfen.
„Wir sind seit vielen Jahren Partner der Eishockey-WM und schätzen die Zusammenarbeit mit der IIHF. Sollte die Nationalmannschaft Russlands infolge des CAS-Urteils an der WM 2027 in Deutschland teilnehmen, werden wir auf jegliche Logopräsenz im Umfeld des Turniers verzichten. Einen Rückzug als Sponsor prüfen wir.“
Strauss ist seit vielen Jahren Partner der Eishockey-Weltmeisterschaft. Die mögliche Rückkehr Russlands stellt diese Partnerschaft nun infrage.
Hintergrund ist eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS). Dieser hat den Weg für die Rückkehr russischer Nationalmannschaften in internationale Eishockey-Wettbewerbe freigemacht. Damit könnte Russland auch bei der Weltmeisterschaft vom 13. bis 30. Mai 2027 in Deutschland antreten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 waren russische Mannschaften von den Wettbewerben des Weltverbandes IIHF ausgeschlossen.
Die Entscheidung stößt auf erheblichen Widerstand. Mehrere nationale Verbände, darunter Finnland, Schweden, Tschechien, Norwegen und Dänemark, haben angekündigt, nicht gegen Russland antreten zu wollen. Auch unter den Sponsoren wächst der Protest: Der schwedische Sponsor AJ Products hat seine Unterstützung bereits beendet, der finnische Reifenhersteller Nokian Tyres droht ebenfalls mit einem Rückzug.
Für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) und den Weltverband IIHF wird die Situation zunehmend kompliziert. Neben möglichen Länderboykotten stehen Fragen der Sicherheit, der Organisation und der politischen Verantwortung im Raum. Der DEB hat sogar eine Rückgabe der Gastgeberrolle als mögliche Konsequenz ins Spiel gebracht.
Die Haltung von Henning Strauss macht deutlich, dass die Debatte längst nicht mehr nur auf dem Eis geführt wird. Auch wirtschaftliche Partner stellen ihre Beteiligung an der Weltmeisterschaft unter Bedingungen. Für die Veranstalter wächst damit der Druck, eine Lösung zu finden, die sportliche Interessen, politische Rahmenbedingungen und die Haltung ihrer Sponsoren berücksichtigt.
CAS-Urteil löst internationale Proteste aus
Auch für die WM in Deutschland wird die Lage schwieriger