REGION

Orkantief "Sabine" zog quer durch den Main-Kinzig-Kreis: Von Einsatzmarathon bis Stromausfall

Opfer des Orkantiefs: diese Blutbuche in Wilhelmsbad. - Foto: Stadt Hanau

Montag, 10.02.2020
von JOANA GIBBE

Das Orkantief „Sabine“ sorgte in der Nacht zum Montag für jede Menge Arbeit bei den zahlreichen Einsatzkräften des Main-Kinzig-Kreises. Von umgestürzten Bäumen, abgebrochenen Ästen über blockierte Zufahrtsstraßen bis hin zu Stromausfällen ließ der Sturm kaum etwas aus. Rund 120 Notrufe kamen durch den Orkan im Main-Kinzig-Kreis zusammen, verletzt wurde zum Glück niemand.

Während umgestürzte Bäume gegen ein Uhr in der Nacht in Teilen Biebergemünds, Linsengerichts und Birsteins für Stromausfälle sorgten und das Einsatzteam der Kreiswerke Main-Kinzig kurzerhand Strom-Umschaltungen vornehmen musste, befanden sich auch die Einsatzkräfte der Hanauer Feuerwehren im Einsatz-Marathon. Während manche Einsätze, wie ein loses Gartenhüttendach und ein umgestürzter PKW-Anhänger, schnell beendet werden konnten, stellten andere die Einsatzkräfte vor größere Herausforderungen.

Sturmtief 'Sabine' wütete auch im Main-Kinzig-Kreis.
Sturmtief 'Sabine' wütete auch im Main-Kinzig-Kreis. - Fotos: Main-Kinzig-Kreis
Fotos: Feuerwehr Hanau

Zahlreiche Straßen wurden durch umgestürzte Bäume komplett blockiert. Eine umgestürzte Kiefer in Großauheim versperrte zum Beispiel die Zufahrtsstraße ins Tierviertel. Ein anderer Baum sorgte in Steinheim für Probleme, da er auf einer oberirdischen Leitung landete, von der zunächst nicht klar war, ob es Strom- oder Telefonleitung war. Auch am Bärensee (Gemarkung Erlensee) versperrten mehrere Bäume die Zufahrt, die aufgrund der Eigengefährdung nicht in der Dunkelheit beseitigt werden konnten.

Ebenfalls infolge umgestürzter Bäume gesperrt sind auch die Straßen L 3268 zwischen Trages und Rodenbach sowie die L 3269 zwischen Horbach und Geiselbach.

Bis zehn Uhr wickelten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hanau 32 Einsätze ab. Der größte Einsatz sei an der nordmainischen Bahnstrecke nach Frankfurt zwischen Herbert-Dröse-Stadion und Maintaler Straße, heißt es seitens der Feuerwehr Hanau. Dort sei ein Baum auf die Strecke gefallen und habe die Oberleitung gekappt.

In Hanau war Sturm "Sabine" schneller als die Baumfäller: Die Blutbuche, die rund 150 Jahre alt und als Naturdenkmal eingestuft war, überlebte die heftigen Windböen nicht und entwurzelte. Auch hierbei kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Lediglich die Blutbuche zog der Sturm in Mitleidenschaft - doch ihr Schicksal war bereits vor dem Sturm besiegelt. Denn aufgrund fehlender Standsicherheit sollte die alte Buche in den nächsten Tagen sowieso gefällt werden.

Auch in Langenselbold gab es für die Feuerwehrleute einiges zu tun. Abgedeckte Dächer, umgefallene Altkleidercontainer und ein Wohnanhänger, der durch den starken Wind auf die Straße gedrückt wurde, erwarteten den Einsatz der Feuerwehr. Auch eine fast sechs Meter große Tanne sorgte für Probleme. Der Baum knickte in der Siedlerstraße ab und lag quer über der Straße. Insgesamt waren etwa 15 Einsatzkräfte der Langenselbolder Feuerwehr mit vier Fahrzeugen für fast vier Stunden im Einsatz.

Insgesamt zähle der Sturm rund 60 umgestürzte Bäume allein auf den Kreis- und Landstraßen, heißt es seitens des Kreises. Einer davon landete im Kirleweg in Bruchköbel direkt auf ein fahrendes Auto, der Fahrer blieb zum Glück unverletzt. Neben den örtlichen Freiwilligen Feuerwehren waren auch die Straßenmeistereien aus Sterbfritz, Wächtersbach und Bruchköbel im Einsatz. Die Leitstelle im Gefahrenabwehrzentrum wurde aufgrund der Sturmwarnung frühzeitig personell aufgestockt und auch der Hessen Forst wurde in einigen Fällen mit einbezogen.

„Es ist immer ein großer Kraftakt, der gerade von den freiwilligen Kräften hier geleistet wird“, dankt Landrat Thorsten Stolz den zahlreichen Helferinnen und Helfern in einer Pressemeldung des Main-Kinzig-Kreises. +++