GELNHAUSEN

In 761 Tagen um die Welt: Gelnhäuser Dennis Kailing radelt einmal um den Globus

In der Salzwüste in Bolivien: Dennis Kailing ist mit dem Rad einmal um den Globus. - Fotos: Dennis Kailing

Donnerstag, 13.02.2020
von LENA EBERHARDT

41 Länder in 761 Tagen: Für zwei Jahre reiste Dennis Kailing mit dem Fahrrad einmal rund um die Welt und legte dabei nicht weniger als 43.600 Kilometer auf dem Rad zurück. 2015 ist der mittlerweile 29-Jährige in Gelnhausen gestartet. Über seine Reise hat er bereits in seinem Buch berichtet. Nun kommt am Donnerstag, den 13. Februar, sein Film "Besser Welt als nie" in die deutschen Kinos. 

"Ich habe damals Ingenieurwesen studiert und gemerkt, es ist nichts für mich", erzählt der 29-Jährige. Das Studium brach er schließlich ab und zog von Berlin in seine Heimatstadt Gelnhausen zurück. "Ich hatte mal in einem Artikel über eine Reise durch die Welt mit dem Fahrrad gelesen. Aus der Idee, wurden dann ein konkretes Vorhaben", erzählt der Gelnhäuser. Erst als der damals 24-Jährige zum Tropenarzt ging, glaubten ihm auch seine Eltern. "Ich habe meine Pläne erst einmal nur meiner Familie und Freunden erzählt. Immerhin wusste ich ja nicht wie die Reise ausgeht. Erst als ich in Wien angekommen bin, habe ich meine Weltreise publik gemacht", so Kailing. 


41 Länder in 761 Tagen.
41 Länder in 761 Tagen.
In der Türkei
In der Türkei
Die Abfahrt im Kaukasus (Armenien)
Die Abfahrt im Kaukasus (Armenien)

Quer durch Europa, Asien, Australien und Amerika

Von Österreich aus ging es nach Serbien und Ungarn, weiter durch die Türkei und dann in den Nahen Osten. "Der Iran ist ein tolles Reiseland. In den Medien wird oftmals nur über die politische Lage berichtet, nicht über die Menschen und die Mentalität vor Ort. Die Leute da sind wahnsinnig gastfreundlich, ich bin überall eingeladen worden", so der Gelnhäuser. Vom Nahen Osten ging es für den damals 24-Jährigen weiter über Nepal und Indien, über Myanmar, Thailand und von Indonesien nach Australien.


Dichter Verkehr in Nepal.
Dichter Verkehr in Nepal.
Gebetsrollen in Nepal.
Gebetsrollen in Nepal.
Im Himalaya
Im Himalaya

"Es darf nicht zu perfekt sein, dann tut es weh."

"Australien war einer meiner Tiefpunkte. Das waren knapp 2.300 Kilometer durch die Halbwüste bei Gegenwind. Da musste ich ganz schön mit mir und meiner Motivation kämpfen", berichtet Kailing. Proviant musste er hier immer für mehrere Tage dabei haben. "An manchen Tagen bin ich da keinem Menschen begegnet", so der Radfahrer. In Australien nahm er dann ein Flugzeug und flog nach Amerika. "Einen meiner Geburtstage habe ich auf Hawaii verbracht", erzählt der Gelnhäuser. Richtig einsam habe er sich jedoch selten gefühlt: "Das Gefühl allein zu sein überkam mich immer nur an besonders schönen Orten. In Indonesien habe ich einen Traumstrand gefunden und mich überkam das Gefühl, diesen Moment mit jemanden teilen zu müssen. Dann bin ich aber schnell weiter. Es darf nicht zu perfekt sein, dann tut es weh."

Von den USA über Mexiko fuhr Kailing mit seinem Rad nach Südamerika. Von Brasilien flog er ein zweites Mal. Nun nach Marokko. Über Gibraltar gelang er nach Spanien und trat von dort den Heimweg an. Seine Reise dokumentierte er mit einer Kamera. "Bevor es losging, absolvierte ich noch ein 'Schnellstudium' im Filmen", lacht der 29-Jährige, "Ich hatte eigentlich von Anfang an geplant, die Reise zu dokumentieren. Aus den 73 Stunden Material habe ich schließlich einen zweistündigen Film geschnitten."


Viele Gegenden in Myanmar sind noch sehr ursprünglich.
Viele Gegenden in Myanmar sind noch sehr ursprünglich.
Aus dem Markt in Myanmar.
Aus dem Markt in Myanmar.
Heißluftballon vor dem Sonnenuntergang: Das Bild zeigte sich Dennis Kailing in Bagan in Myanmar.
Heißluftballon vor dem Sonnenuntergang: Das Bild zeigte sich Dennis Kailing in Bagan in Myanmar.

Düstere Gestalten und "Knockouts"


"Auch heute habe ich noch mit vielen Kontakt, denen ich auf meiner Reise begegnet bin", erzählt Kailing. Dabei traf er unterwegs nicht nur auf Gastfreundschaft. "Ich bin natürlich auch auf düstere Gestalten getroffen, aber da muss man sich auf sein Bauchgefühl verlassen und sich rechtzeitig aus dem Staub machen", so der Radfahrer. Trotz eines Unfalls in Bali und gut drei krankheitsbedingten "Knockouts" würde der Gelnhäuser die Reise jederzeit wieder antreten. "Man darf nicht so viel planen. Man fährt von einem auf den anderen Tag los", sagt Kailing.

Fast zweieinhalb Jahre hat er nun an seinem Film gesessen und über 70 Stunden Material ausgewertet. Heraus kam ein zweistündiger Film, der in Gelnhausen bereits Premiere feierte. Nun ist Dennis Kailing bundesweit auf Sondervorstellungen mit anschließenden Filmgespräch unterwegs. Ab dem 13. Februar ist seine Weltreise auch in ganz Deutschland zu sehen. Zu den Terminen geht es hier.+++

Traumstrände in Indonesien
Traumstrände in Indonesien

Schulkinder in Indonesien.
Schulkinder in Indonesien.
Das australische Outback
Das australische Outback
Motivationsschub.
Motivationsschub.
Noch ein Motivationsschub.
Noch ein Motivationsschub.
Knapp drei Monate ist Dennis Kailing in den USA unterwegs. Hier trifft er Robert, der ihn durch die Vereinigten Staaten begleitet.
Knapp drei Monate ist Dennis Kailing in den USA unterwegs. Hier trifft er Robert, der ihn durch die Vereinigten Staaten begleitet.
Der Redwood Nationalpark in den USA.
Der Redwood Nationalpark in den USA.
Mount Rainer mit Robert.
Mount Rainer mit Robert.
In Bolivien
In Bolivien
Die Tempelanlage in Guatemala
Die Tempelanlage in Guatemala
Der Kontakt mit seiner Familie und Freunden zu halten, war nie ein Problem.
Der Kontakt mit seiner Familie und Freunden zu halten, war nie ein Problem.
Das Wiedersehen mit der Familie nach zwei Jahren.
Das Wiedersehen mit der Familie nach zwei Jahren.