REGION

Härtere Strafen bei Unsporlichkeit - Regeländerung auch im Amateurbereich

Schiedsrichter könnten in Zukunft häufiger in die Brusttasche fassen. - Archivbild Jonas Wenzel (Yowe)

Dienstag, 18.02.2020
von FELIX.HAGEMANN

Eine Regeländerung, die bereits in der Bundesliga für heftige Diskussionen sorgte, wird ab der kommenden Rückrunde auch im Amateurbereich Anwendung finden. Demnach sollen Unsportlichkeiten schneller und konsequenter bestraft werden. Die Vereine wurden in einem Schreiben des DFB bereits darüber informiert.

Das Schreiben listet acht Punkte auf, bei denen die Schiedsrichter in Zukunft schneller die Gelbe oder Rote Karte zücken sollen. Darunter fallen das Fordern von gelben Karten, aggressives Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter, Reklamieren, Zeitspiel, höhnische und abwertende Gesten, Schwalben, Umzingeln des Schiedsrichters und Rudelbildungen.

Das härtere Durchgreifen soll die Schiedsrichter besser vor unsportlichem Verhalten schützen. Hintergrund sind die zunehmenden Gewaltexzesse gegenüber Unparteiischen in den Amateurligen. Beim DFB glaubt man, dass sich viele Kicker in den unteren Ligen das Verhalten der Profis zum Vorbild nehmen. Dort kommt es zwar nicht zu Gewalt, aber der Umgang wird auch in den oberen Ligen immer unsportlicher.

Regeländerung wird positiv aufgenommen

Leichter wird es aber für die Unparteiischen durch die neue Regel erst einmal nicht. In der Bundesliga sorgte das verschärfte Vorgehen der Schiedsrichter schon für den ein oder anderen umstrittenen Platzverweis. Es gilt, ein gesundes Maß zu finden zwischen korrekter Regelauslegung und nötigem Fingerspitzengefühl. „Es ist auch immer von der Situation abhängig. Ein kurzes Aufregen nach einem ausgebliebenen Pfiff ist sicher etwas anderes als ein Ball wegschlagen, für das es zwangsläufig Gelb geben muss. Ein Schiedsrichter mit einer starken Persönlichkeit kann die ein oder andere Situation auch anders lösen, als gleich eine Karte zu ziehen“, sagt Fuldas Kreislehrwart Marcus Klimek.

Die Gefahr, dass durch eine Mehrzahl an Gelben und Roten Karten erst recht die Emotionen hochkochen, sieht Klimek nicht. Für den Fall der Fälle nimmt er auch die Vereine in die Pflicht: „Wenn beispielsweise Zuschauer von außen zusätzlich Öl ins Feuer gießen, sind die Vereine gefordert, für Ruhe zu sorgen und notfalls die Betreffenden vom Sportgelände zu verweisen.“

Grundsätzlich bewertet man die Regelverschärfung beim Kreisschiedsrichterausschuss Fulda als positiv. „Es ist das richtige Modul, um den Unsportlichkeiten entgegenzusteuern“, sagt Kreisschiedsrichterobmann Hans-Dieter Köhler. In Bayern, wo schon länger eine härtere Linie gepfiffen wird, habe man sehr gute Erfahrungen gemacht. Dort seien die Spieler viel ruhiger geworden, so Köhler weiter.

Für Spieler und Schiedsrichter wird sich in der Rückrunde also einiges ändern. Ob es den gewünschten Effekt bringt, bleibt abzuwarten. Köhler ist aber optimistisch: „Es wird seine Zeit brauchen, bis sich alle daran gewöhnt haben, aber dann wird es den Schiedsrichtern helfen.“ 

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