HANAU

Dr. Achim Knips (IHK): "Corona-Virus kann zu KO-Schlag für die Wirtschaft werden"

Die IHK in Hanau - Foto: Carina Jirsch

Freitag, 13.03.2020
von MORITZ PAPPERT

Das Coronavirus verbreitet sich rasant in Deutschland. In der Region gibt es glücklicherweise nur wenige Fälle. Dennoch werden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt. Dadurch leidet die Wirtschaft. Viele Unternehmer machen in diesen Tagen herbe Verluste. Wie schlimm die Situation wirklich ist, erklärt Dr. Achim Knips von der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.

"Die Wirtschaft in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis ist weitaus stärker in die Weltwirtschaft eingebunden als andere Regionen Deutschlands. Die Exportquote des Verarbeitenden Gewerbes liegt deutlich oberhalb von 60 Prozent, auch die Importe in die Region sind überdurchschnittlich, was nicht zuletzt an den starken Großhändlern an Main und Kinzig liegt. Dementsprechend hoch wird von den Unternehmen die Gefahr eines Rückschlags auf die Wertschöpfungsketten von den hiesigen Unternehmen eingeschätzt. Die vorliegenden 124 Antworten aus unserer Region (aus ganz Deutschland liegen über 10.500 vor) fallen dementsprechend noch etwas deutlicher, ja, dramatischer, aus.

 Ja, die Unternehmen sind bereits betroffen, es fehlt ihnen schon jetzt an Waren und Dienstleistungen. Und ja, die Auswirkungen werden auch kurz- bis mittelfristig als gravierend eingestuft von fast 2/3 der Antworter aus dem MKK. Hierzu ist anzumerken, dass vor allem Industriebetriebe an der Umfrage teilgenommen haben. Das von Messeausfällen etc. schwer getroffene Gastgewerbe hat in einem zu geringen Maße teilgenommen, um wenigstens eine Trendaussage treffen zu können - die Branche dürfte aber sehr schnell weitgehend darnieder liegen.

Vor diesem Hintergrund werden, im Vergleich mit den bundesdeutschen Antworten, deutlich häufiger unbürokratische Hilfen, finanzielle Überbrückungshilfen sowie allgemeine Konjunkturprogramme gefordert. Wenn die Politik jetzt nicht schnell und beherzt eingreift, kann das Corona-Virus zu einem KO-Schlag für die Wirtschaft werden", so Dr. Achim Knips. +++


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