HANAU

Geschäftsbericht: Sparkasse Hanau weiter auf gutem Kurs

Der Vorstand und Verwaltungsrat der Sparkasse Hanau mit Landrat Thorsten Stolz (Zweiter von links) und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (Zweiter von rechts) - Foto: privat

Dienstag, 17.03.2020

Die Sparkasse Hanau hat im Jahr 2019 einen Geschäftsertrag von 110,8 Millionen Euro erzielt. Beim Betriebsergebnis vor Bewertung erreichte die Sparkasse Hanau 44,1 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis nach Bewertung, also nach Wertberichtigungen, lag bei 43,9 Millionen Euro, wie das Kreditinstitut mitteilte.

Nach Abzug des neutralen Ergebnisses, der Steuerzahlungen und der Reservendotierung weist die Sparkasse einen Jahresüberschuss von neun Millionen Euro aus. Das Gesamtkapital steigt damit auf über eine halbe Milliarde Euro.

Dr. Ingo Wiedemeier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanau, führt dieses Ergebnis auf höhere Erträge im Kundengeschäft zurück. So ist die Zahl der Girokonten erneut deutlich angestiegen: Die Sparkasse hat im Jahr 2019 rund 7.100 neue Girokonten eröffnet.

Getragen wird das Ergebniswachstum auch durch das Kreditgeschäft. So erhöhten sich die Forderungen an Kunden von 2,89 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 3,12 Milliarden Euro im Jahr 2019. Ein Großteil davon kommt aus dem Baufinanzierungsgeschäft. Die Sparkasse hat im Jahr 2019 rund 1.600 private Wohnungsbaudarlehen mit einem Volumen von rund 345 Millionen Euro ausgereicht. „Wir profitieren damit von der guten Entwicklung in unserem Geschäftsgebiet, insbesondere von der positiven Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Hanau und im Altkreis Hanau“, erklärte Wiedemeier.

Vermarktung von sanierten Wohnungen


In diesem Zusammenhang informierte der Sparkassenchef über den Stand der Vermarktung von 372 sanierten Wohnungen auf dem Teilgebiet der ehemaligen Triangle-Housing, den die Sparkasse übernommen hat. „Nahezu alle Wohnungen sind verkauft und die Beurkundungen bei den Notaren laufen. Das Projekt war ein voller Erfolg. Wir erlebten eine Nachfrage, die außergewöhnlich war. Das spricht nicht nur für das Projekt an sich, sondern auch für die gestiegene Attraktivität von Hanau als Wohnort“, so Wiedemeier.

Eine Analyse der Erwerber habe ergeben, dass rund 50 Prozent der Käufer aus der Stadt Hanau kommen, weitere 30 Prozent der Neu-Eigentümer stammen aus Frankfurt, Offenbach und dem Altkreis Hanau, so der Sparkassenchef weiter.

Weiterhin erfolgreich verlief das Depotgeschäft. So stieg das Geldvermögen (Spareinlagen und Depotvolumen) der Privatkunden im Jahr 2019 um 518 Millionen Euro auf rund 4,27 Milliarden Euro. Wiedemeier kündigte an, das Wertpapiergeschäft weiter ausbauen zu wollen. „Um dies zu erreichen, steht unseren Kunden exklusiv der Sparkasse Hanau Grimmfonds zur Verfügung.

Dies ist ein vermögensverwaltender Fonds, der aussichtsreiche und Erfolg versprechende Mischfonds des Gesamtmarktes in nur einer Einzelanlage bündelt. Das derzeitige Depotvolumen beträgt rund 50 Millionen Euro“, erläuterte der Vorstandschef.

Darüber hinaus hat die Sparkasse stets die Entwicklung der Kosten im Blick gehabt. Die Sach- und Personalkosten sind, wie in der Unternehmensplanung kalkuliert, nur leicht gestiegen. Durch den Rückgang im Zinsergebnis – eine Folge der anhaltenden Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank – ist die Kosten-Ertrags-Relation leicht gestiegen. Dieses Verhältnis gibt an, wie viel Cent ausgegeben werden, um einen Euro zu verdienen. Die Kosten-Ertrags-Relation lag im Jahr 2019 bei 60,2 Prozent gegenüber 58,9 Prozent im Jahr 2018.

Digitales Angebot "konsequent ausbauen"


Wiedemeier kündigte an, dass die Sparkasse auch künftig ihr digitales Angebot konsequent ausbauen werde, um die veränderten Kundenbedürfnisse stärker mobil und online bedienen zu können.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Zahlungsverkehrs sei das mobile Bezahlen per Smartphone. Die Sparkasse Hanau bietet ihren Kunden seit Dezember vergangenen Jahres Apple Pay an und ermöglicht damit einfache, sichere und vertrauliche Zahlungen. Mit Apple Pay können Kunden mit iPhone, Apple Watch, iPad und Mac in Geschäften, Apps und auf Websites schnell und bequem bezahlen. Seit dem Start werden Kreditkarten unterstützt, die girocard soll noch in diesem Jahr hinzukommen. Auch der Einzelhandel ist bereits gut vorbereitet: Die Mehrzahl der PoS-Terminals akzeptiert kontaktlose und mobile Zahlungen und damit auch Apple Pay-Zahlungen mit Sparkassen-Kreditkarten.

Claus Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau und Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, wies auf die derzeitige Situation auf dem deutschen Bankenmarkt hin, insbesondere vor dem Hintergrund beginnender Gespräche hinsichtlich einer vertieften Zusammenarbeit zwischen der Landesbank Hessen-Thüringen und der Deka-Bank. Für Kaminsky wäre eine Zusammenführung der wirtschaftlich starken Häuser ein deutliches Signal zur Schaffung eines Spitzeninstituts.

Der Oberbürgermeister ging auch auf die wichtigsten Herausforderungen ein, vor der die Sparkassen derzeit stehen. Denn neben der Gestaltung der Strukturpolitik werden die Sparkassen durch vier Megatrends herausgefordert, so Kaminsky. Dies betrifft insbesondere die Nachhaltigkeitsanforderungen, die Regulatorik, die Digitalisierung und vor allem die anhaltende Negativzinsphase. „Bei allen Schwierigkeiten und Problemen: Ich sehe hier für die Sparkassen mehr Chancen als Risiken“, bilanzierte Kaminsky.

Thorsten Stolz, Landrat des Main-Kinzig-Kreises und stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, hob hervor, dass „die Sparkassen mit ihrem auf die örtliche Bevölkerung und die lokale mittelständische Realwirtschaft ausgerichteten Bankgeschäft die ortsnahe Versorgung mit Bankdienstleistungen sicherstellen“, so Stolz. Dabei hätten sich die Sparkassen hohes Vertrauen bei den Menschen erarbeitet.

Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende wies auch auf das gesellschaftliche Engagement der Sparkasse hin. Demzufolge hat das Institut im vergangenen Jahr 540 Vereine, Initiativen und Institutionen mit rund einer Million Euro in Form von Spenden und durch Sponsoring unterstützt. (pm) +++

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