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Krankenhausgesellschaft zur Situation: "Medizin zuerst"

Das Klinikum in Hanau - Foto: Jonas Wenzel (YOWE)

Montag, 16.03.2020

In einer Pressemitteilung nimmt die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG) Stellung zum Umgang mit dem Coronavirus: "Noch ist die Zahl der COVID-19-Patienten, die in Hessen stationär behandelt werden müssen, überschaubar. Der Blick nach Italien zeigt jedoch, dass sich dies ändern wird. Die Krankenhäuser in Hessen, die niedergelassenen Ärzte und die staatlichen Stellen treffen seit Wochen gemeinsam alle notwendigen Vorkehrungen, um jetzt und in Zukunft die Versorgung sicherzustellen. Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger: Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, die derzeitige Herausforderung zu meistern.

"Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, der Verordnung des Landes Hessen zur Einschränkung der Besuche in Krankenhäuser Folge zu leisten. Nur so kann sichergestellt werden, dass wir COVID-19 nicht in die Krankenhäuser tragen. Schützen Sie unsere Gesundheitsinfrastruktur! Wir müssen jedes unnötige Risiko vermeiden, dass Pflegende und Ärzte infiziert werden. Darum können Besuche in Krankenhäusern nur in Ausnahmefällen gestattet werden“, so Dr. Christian Höftberger, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft. Die Patienten der Ärztlichen Bereitschaftsdienstpraxen (ÄBD - Notallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung), die sich in unmittelbarer Nähe zu einem Krankenhaus befinden, sollen beachten: „Bitte sehen Sie davon ab, während des Besuchs der ÄBD-Praxen die Krankenhausinfrastruktur zu nutzen. Wir erarbeiten derzeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen Maßnahmen, um die COVID-19 Krise gemeinsam als Partner zu bewältigen. Wir danken unseren Partnern in Praxen, beim Rettungsdienst und in den Apotheken für ihren außerordentlichen Einsatz."

Entscheidend ist, dass ausreichend Fachpersonal zur Verfügung steht. "Mitarbeiter vorsichtshalber und großzügig abzusondern, ist nicht sinnvoll. Zur Sicherung der Funktionsfähigkeit unseres Gesundheitswesens sollen Mitarbeiter, die keine Erkältungssymptome oder Fieber zeigen, zum Dienst erscheinen. Denn auch in COVID-19 Zeiten erleiden Menschen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall oder sie werden Opfer von Unfällen. Und natürlich erleben wir auch weiterhin freudige Ereignisse in unseren Kliniken wie beispielsweise Geburten. Für all das brauchen wir unsere Fachkräfte", betont Prof. Dr. Steffen Gramminger, Geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft.   

Klinikpersonal entlasten, zusätzliches Personal werben und Bürokratie abbauen

Die Krankenhausgesellschaft empfiehlt zusätzliche Fachkräfte für den Ernstfall bereits heute zu schulen. „Wir denken hier beispielsweise an die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegkräfte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen. Diese können den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) und die ambulanten Strukturen mit ihrer Fachexpertise unterstützen. Damit tragen wir alle dazu bei, die Patientenversorgung in Krisenzeiten sicherzustellen und somit unserer Verantwortung als Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräfte gerecht zu werden“, erklärt Gramminger weiter. Die Reha-Kliniken sind wichtige Partner in der Patientenversorgung. Sie können zusätzliche Infrastruktur, Personal und Expertise bereitstellen und Patienten aus den Akutkrankenhäusern aufnehmen.   

Materialversorgung sicherstellen

Die Hessische Krankenhausgesellschaft vertraut darauf, dass das Land Hessen die Einrichtungen im Gesundheitswesen gezielt bei der Beschaffung dringend notwendiger medizinisch-technischer Infrastruktur unterstützt, damit zusätzliche Beatmungsplätze geschaffen werden, aber auch ausreichend Schutzausrüstung bereitsteht.

"Im Vordergrund steht jetzt die medizinische Versorgung der Menschen, dies geht derzeit einher mit besonderen Belastungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das System Krankenhaus. Alle Akteure im Gesundheitswesen gehen in diesen schwierigen Zeiten in Vorleistung. Daher vertrauen wir darauf, dass die Politik ihre Zusagen einhält und zeitnah hilft, die Liquidität der Krankenhäuser, Reha-Kliniken und niedergelassenen Praxen sicherzustellen. Denn am Ende des Tages müssen wir notwendiges Material sowie alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen", so Höftberger abschließend. (pm) +++

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