MAIN-KINZIG-KREIS

Volker Rode (MIT): Der Mittelstand kämpft um sein Überleben

Volker Rode (MIT) - Foto: privat

Dienstag, 24.03.2020

Der Mittelstand in Deutschland kämpft in der jetzigen Corona Krise um das Überleben. Von den 3,5 Millionen Betrieben in Deutschland beschäftigen ca. drei Millionen weniger als 10 Mitarbeitern und die meisten haben nur einen finanziellen Puffer von wenigen Wochen, so der Kreisvorsitzende der Mittelstandsvereinigung Main-Kinzig (MIT), Volker Rode.

Mindestens 75 Prpzent der Betriebe werden den Anforderungen der Vergaberichtlinien der Banken nicht gerecht werden können, und somit leer ausgehen. Die Vergaberichtlinien erfüllenden Betriebe werden erst nach Prüfung ihres Geschäftsfeldes die dringend benötigten. Darlehen erst frühestens im Mai erhalten und dies wird für die Masse der Unternehmen zu spät sein. Auch wird es wichtig sein, das zurzeit geltende Insolvenzrecht in Zeiten der Krise teilweise auszusetzen, dies sieht zum Beispiel vor, dass nach dreimonatigem nicht abführen von Sozialversicherungsbeiträgen automatisch ein Insolvenzantrag gestellt wird.

Bei vielen kleinen Unternehmen ist inzwischen die Fortführung und Zukunft ihrer Betriebe real gefährdet. "Deshalb ist es so wichtig, dass der Mittelstand rasch und unbürokratisch Liquiditätshilfen erhält, damit zahlungsfähig bleiben kann. Die seitens der Bundesregierung vorgelegten Instrumente, wie etwa das Kurzarbeitergeld wird vielen Betrieben ermöglichen ihre Beschäftigten halten zu können, so Volker Rode.

Staat muss Unternehmen unterstützen

Diese Kredite müssen aus Sicht der MIT zinslos sein. Hier muss der Staat die Unternehmen unterstützen, denn fast jeder Unternehmer wird in dieser Situation akzeptieren müssen, dass er im Jahr 2020 keinen Gewinn erzielen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass bei den Jahresabschlüsse noch ein nicht unerheblicher Anteil der gewährten Darlehen abgeschrieben werden muss, um zumindest eine schwarze Null in die Bilanzen schreiben können. Wir haben Griechenland große Kreditschulden erlassen und jetzt müssen wir auch in der Lage sein, dem Mittelstand aus einer unverschuldeten Notlage helfen können.

Das Handwerk hat hier eine wichtige Rolle in der Aufrechterhaltung der Grundversorgung. Gerade Bäcker, Metzger und Konditoren versorgen die Bevölkerung mit frischen Produkten, und den Menschen wird bewusst, wie wichtig das Handwerk vor Ort dazu beiträgt. Aber auch die vielen Einzelhändler vom Buchladen, Freiberufler, Messebauer, Caterer, Hotelbetrieb, Schreibwarenhändler bis hin zum Schausteller dürfen wir nicht vergessen, so Volker Rode der auch Mitglied im Bundesvorstand der MIT ist. „Wir brauchen Lösungen innerhalb von zwei Wochen, denn die Geschäftsbanken sind zum einen mit der Antragsflut heillos überlastet, und zum anderen ist man gar in der Lage, für die über 100 Milliarden Euro zu haften, die als Risiko bei den Banken und Sparkassen verbleiben sollen“, so Rode.

Ein weiterer schneller und unkomplizierter Schritt wäre aus Sicht der Mittelstandsvereinigung die Stundung oder der Verzicht auf Abschläge von Grund- und Gewerbesteuer, dies wäre eine Maßnahme die alle Städte und Gemeinden innerhalb von Tagen entscheiden könnten und allen Betrieben und Bürgern zu Gute kommen würde, so der Kreisvorsitzende Volker Rode. Der Mittelstand werde sich in dieser Krise sehr schnell neu erfinden müssen, um gestärkt aus dieser Krisen herauszukommen. „Der Mittelstand und das Handwerk kann dies“, hier ist sich Volker Rode sicher. (pm)+++

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