NIDDERAU

Bürgermeister Gerhard Schultheiß wirft CDU vor, Cornona-Warnung zu plagiieren

Bürgermeister Gerhard Schultheiß - Foto: Archiv

Donnerstag, 26.03.2020

In Zeiten der Krise sind Informationen zum richtigen Umgang mit dem neuartigen Coronavirus das Gebot der Stunde. In Nidderau hat ein Leitfaden der Stadt jetzt allerdings zu einem kuriosen Politstreit geführt, bei dem unter anderem Bürgermeister Gerhard Schultheiß den örtlichen Christdemokraten Informationsmissbrauch vorwirft.

Es ist der vergangene Donnerstag, an dem Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) und Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) ihrem Unmut freien Lauf machen. In einer Pressemitteilung zeigen sie sich „mehr als verwundert über das Verhalten der örtlichen CDU.“ Was war geschehen?

Auf der städtischen Webseite hatten Schultheiß und Vogel eine ganze Reihe nützlicher Informationen zum richtigen Umgang mit dem neuartigen Coronavirus veröffentlicht und zudem zahlreiche hilfreiche Links eingestellt. Der Text stieß offenbar auch bei den Nidderauer Christdemokraten auf Zustimmung, die ihn sogleich auf ihrer eigenen Webseite veröffentlichten – allerdings ohne Angabe der Urheber. Auch um ihre Zustimmung hatte die CDU die Stadt nicht gebeten, wie der Erster Stadtrat und Bürgermeister verärgert mitteilten.

„Grundsätzlich ist es wünschenswert, wenn wichtige Informationen über alle möglichen Kanäle verbreitet werden, aber dann muss auch die Quelle der Information benannt werden. Offenbar fehlt es der CDU an eigener Kreativität, sich zu diesem Thema zu äußern. Eine solche dreiste Vorgehensweise spricht für sich!“, äußerten sich Schultheiß und Vogel in ihrer Mitteilung.

Damit nicht genug, kündigten beide an, den Christdemokraten eine Unterlassungserklärung ins Haus zu schicken. Die Homepage der Partei erwecke für den unbefangenen Betrachter den Anschein einer offiziellen städtischen Seite. Zudem erwähnen die hauptamtlichen Magistratsmitglieder, dass sich der CDU-Bürgermeisterkandidat Phil Studebaker auf Fotos mit städtischen Symbolen vor dem Rathaus gezeigt hatte, und so den Eindruck erweckt habe, er sei ein Vertreter der Stadt, was ihm „nicht zustehe“.

Der Hinweis auf die Unterlassungserklärung ist keine leere Drohung. So veröffentlichte die CDU auf ihrer Webseite, dass sie seitens der Stadt eine Mahnung mit der Androhung von rechtlichen Konsequenzen erhalten hatte. Die Hinweise zum Umgang mit dem Virus sind zwischenzeitlich verschwunden.

„Es war unsere Absicht, so schnell und so breit wie möglich nützliche Informationen zu Corona an alle unsere Kontakte weiterzugeben – mehr nicht. Uns wundert, dass die Stadt Nidderau in diesen Zeiten nichts anderes zu tun hat als die Konkurrenz argwöhnisch zu beobachten“, kommentieren die Christdemokraten die Kritik aus dem Rathaus. Plagiatsvorwürfe seien der Partei bislang nur aus dem Bereich von Doktorarbeiten bekannt. Eine solche Abhandlung wolle die CDU über das Virus in absehbarer Zeit jedoch nicht schreiben.

Zudem kündigen die Christdemokraten an, die Vorwürfe rechtlich prüfen zu lassen. „Emotional können wir sagen, was andere als Plagiat bezeichnen, empfinden wir als kleinkariert“, heißt es in der Entgegnung abschließend. „Wir gingen davon aus, dass die Eindämmung des Coronavirus, ein gemeinsames Anliegen von allen ist.“ 2021 wählen die Nidderauer ihren neuen Bürgermeister. Der Wahlkampf scheint längt begonnen zu haben. (GNZ) +++

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