WIESBADEN

Sechs Stunden-Corona-Kabinett: Was ist im "Plan für Hessen" nun erlaubt?

Die Gastronomie darf ab 15. Mai 2020 wieder öffnen. Auch das Klara in Hanau - Foto: Tobias Rehbein

Donnerstag, 07.05.2020
von HANS-HUBERTUS BRAUNE

Lockerungen in der Gastronomie, dem Handel, Kultur, Schulen, Kindergartentagesstätten, Veranstaltungen und dem Sport - diese wurden am Donnerstag von Ministerpräsident Volker Bouffier und weiteren Ministerkollegen vorgestellt. Doch Details gab es zunächst nicht. Diese wurden am Donnerstag im sechsstündigen Corona-Kabinett geklärt und münden in eine neue Verordnung, diese ist bis zum 15. Juni gültig.

Am Nachmittag erklärten Bouffier (CDU) sowie Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir (Die Grünen), Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) und Innen- und Sportminister Peter Beuth (CDU) die Ergebnisse.

Unter dem Strich gilt: Die Hygieneregeln und Abstandsvorschriften müssen eingehalten werden - egal was gelockert wurde.

Weiter offen bleibt, ob die Freibäder in naher Zukunft öffnen dürfen. Bis mindestens 15. Juni bleiben sie geschlossen. Das Land will weiter prüfen, ob eine Öffnung der Freibäder möglich ist.

Volker Bouffier: "Wir sind immer noch in der Pandemie", beginnt der Ministerpräsident. Mehr Lockerungen bedeuten Vertrauen in die Menschen, Bouffier dankte erneut für das Verhalten der Menschen. "Heute gehen wir einen sehr großen Schritt", sagte Bouffier in seinem "Vorwort".

"Heute haben wir ein Gesamtkonzept beschlossen". Kernelemente bleiben bestehen: Das Hygienekonzept gilt immer, ebenso das "Abstandhalten". Das Kontaktverbot bleibt, zwei "Hausstände" dürfen sich in der Öffentlichkeit künftig zusätzlich treffen.

Das Schul- und Kita-Konzept ist schon bekannt und wird so umgesetzt. Bei den Kindertagesstätten wurden zusätzliche Berufsgruppen für Notgruppen hinzugenommen. Ab 2. Juni dieses Jahres sollen die Kinder nach örtlichen Vorgaben wieder in die Kindertagesstätten dürfen - im eingeschränkten Bereich.

In der Übersicht, die Punkte, die Bouffier nannte:

In den Hochschulen dürfen ab 9. Mai 2020 wieder Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden.

Ab 9. Mai dürfen Geschäfte und Handel ohne Begrenzung öffnen - pro 20 Quadratmeter ein Kunde.

Ab 15. Mai 2020 dürfen die Gastronomiebetriebe wieder öffnen - außer Tanzlokale und Discos. Pro fünf Quadratmeter ist ein Gast erlaubt, ausgenommen die Familien (Kontaktsperre-Regelung), diese dürfen zusammensitzen. Die Gäste müssen sich anmelden und ihre persönlichen Daten angeben. Alkoholausschank ist übrigens erlaubt.

Hotels dürfen ebenfalls ab dem 15. Mai wieder touristische Gäste begrüßen und beherbergen.

Ab kommenden Samstag dürfen die Sportvereine wieder ihren Freizeitsport betreiben. Details müssen die einzelnen Verbände regeln. Die grundsätzlichen Hygienekonzepte sind einzuhalten. Fitnessstudios dürfen ab 15. Mai öffnen.

Zu Großveranstaltungen: Grundsätzlich maximal 100 Personen - bei bestimmten Veranstaltungen (wo die teilnehmenden Personen namentlich bekannt und entsprechende Platzkapazitäten vorhanden sind) auch mehr Menschen. Diese Veranstaltungen müssen bei den örtlichen Behörden beantragt werden. "Die Abstandsregeln müssen eingehalten werden, egal wie viel Leute", macht Al Wazir deutlich.

Theater und weitere Kulturveranstaltungen sind ab 9. Mai wieder erlaubt.

Tarek Al Wazir: "Auf keinen Fall leichtsinnig werden."

"Wir haben es mit einer neuen Krankheit zu tun", sagte Al Wazir. Die Maßnahmen, welche vor genau acht Wochen beschlossen wurden, hätten Erfolge gezeigt. "Wir müssen weiter vorsichtig sein, wir dürfen auf keinen Fall leichtsinnig werden", sagte Al Wazir.

Innen- und Sportminister Peter Beuth: "Kontaktloser Sport ab Samstag wieder erlaubt."

"Wir wollen den Sport insgesamt wieder ermöglichen", sagte Beuth. "Wir müssen die Regeln einhalten", sagte der Sportminister. Die Verbände haben entsprechende Konzepte erstellt. "Der Sport muss kontaktfrei sein". Übrigens ist auch der Sport in den Hallen ab Samstag erlaubt. Duschen ist übrigens in den Sportlerheimen und Sporthallen nicht erlaubt. Zuschauer sind nicht erlaubt.

Gesundheitsminister Kai Klose:

"Das Infektionsgeschehen darf sie nicht wieder ausweiten", sagte Klose. Es soll mehr getestet werden, es stünden mehr Testkits zur Verfügung.

Die Lockerungen im Detail finden Sie in einem weiteren Artikel: Hier klicken . +++

Archivfotos: Jonas Wenzel (YOWE)
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