HANAU

TÜV-Plakette für ein Schnitzel: Schmiergeldskandal in der Prüfstelle

Statt Reparaturen am Auto gab es Schmiergeld für die TÜV-Mitarbeiter. - Symbolbild: Pixabay.com


Freitag, 31.07.2020
von JOANA GIBBE

Bestechlichkeit und Schmiergelder machen vor keiner Branche halt. Dass Beträge zwischen 5 und 20 Euro allerdings schon ausreichen, um beim TÜV trotz erheblicher Mängel am Fahrzeug durchgewunken zu werden, setzt wohl neue Maßstäbe in Sachen Dreistigkeit. Genau das wirft das Hanauer Landgericht seit Donnerstag insgesamt fünf Männern im Alter von 29 bis 74 Jahren vor, denen der Prozess wegen der Annahme von Bestechungsgeldern gemacht wird. Das berichtet hessenschau.de.

Trotz erheblicher Mängel sollen für insgesamt 69 Fahrzeuge zwischen August 2011 und November 2013 Plaketten ausgestellt worden sein. Wegen der Vielzahl der Vergehen und der vorigen Absprache spricht die Staatsanwaltschaft von „gewerbs- und bandenmäßigen Bestechungsfällen“.

Auch mit einer Offenbacher Werkstatt, in der zwei der Angeklagten arbeiten, sollen Abmachungen getroffen und notwendige Reparaturen nicht durchgeführt worden sein. Das Schmiergeld floss zu Beginn direkt in die Kaffeekasse der TÜV-Stelle und finanzierte donnerstags den Schnitzeltag der Belegschaft, später soll das Geld auch für private Zwecke genutzt worden sein.

Nachdem Hinweise aus den eigenen Reihen der TÜV-Stelle bei der Staatsanwaltschaft eingegangen waren, wurde die Hanauer TÜV-Stelle von verdeckten Ermittlern und mithilfe präparierter Fahrzeuge unter die Lupe genommen. Zahlreiche Autos wurden dabei ebenfalls trotz erheblicher Mängel von der Prüfstelle durchgewunken.

Für den Prozess gegen die Männer sind insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu drei Jahren. +++

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