GELNHAUSEN

Durchweg heldenhaft: Erlebnisreicher Kindersommer trotz Corona

Auf zur heldenhaften Mission: Die Ferienspielkinder schwärmen beim Waldtag in kleinen Gruppen aus, um Königin Sonja zu retten und den zerbrochenen guten Stern wieder zusammenzusetzen. - Foto: Stadt Gelnhausen


Freitag, 31.07.2020

Unsicherheit, Angst, Ödheit, Isolation. Gegen diese und weitere Symptome des Lockdowns wuchs in der dritten Ferienwoche ein „Kraut“: Wahre Heldinnen und Helden machten sich im Auftrag der Stadt Gelnhausen auf, ihresgleichen in den Reihen der Gelnhäuser Kinder zu suchen und setzten Spiel und Spaß als wirksames Mittel gegen die negativen Auswirkungen der Corona-Krise ein. Und so stand der Kindersommer 2020 in vielerlei Hinsicht unter einem besonderen Stern. 

Es war ein Wagnis - aber der Erfolg gab den Verantwortlichen recht: „Das Kindersommer-Team hat tolle Arbeit geleistet und die Kinder waren so unglaublich diszipliniert. Dafür wurden sie mit einer erlebnisreichen Ferienwoche belohnt, die sie zumindest ein bisschen für die lange Zeit in der häuslichen Isolation entschädigt hat“, freute sich Heike Schmidt, Abteilungsleiterin Kinderbetreuung, Familie und Seniorenarbeit der Stadt Gelnhausen, über den Erfolg des Projekts. Sie dankte allen, die zum Gelingen der Ferienspiele beigetragen haben und den Eltern für die Unterstützung. 

Lange war nicht klar, ob die Ferienspiele der Stadt überhaupt starten könnten. Lockerungen nach dem Lockdown und ein Sicherheitskonzept, in dem gesundheitspolitische und ordnungsrechtliche Auflagen Niederschlag fanden und Gruppengrößen, Hygienestandards etc. geregelt wurden, sowie ein hochmotiviertes Betreuerteam und der Rückhalt durch die Gremien der Stadt und Bürgermeister Daniel Christian Glöckner machten die Durchführung der Ferienspiele für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren schließlich möglich. 

„Wir hatten eine wirklich fantastische Zeit und die Kinder waren unheimlich diszipliniert. Sie haben sich manchmal selbst neu erfunden, um sich einerseits an die Regeln zu halten und andererseits ihre Lieblingsaktivitäten umsetzen zu können“, schwärmt Kindersommer-Leiterin Sonja Funfack rückblickend von ihren durchweg „heldenhaften“ Schützlingen. Um die Abstandsregeln zu gewährleisten, mussten für die 60 Kinder, die in sieben Gruppen aufgeteilt waren, zusätzliche Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Romanischen Haus und den Räumen der Kirchengemeinde gefunden werden. Diese stellten die Waldfreunde Gelnhausen und Museumsleiterin Simone Grünewald gerne bereit. „Wir hoffen natürlich nächsten Sommer auf Ferienspiele ohne Corona-Virus, aber wir können uns durchaus vorstellen, einige positive Errungenschaften grundsätzlich ins Konzept aufzunehmen“, so Sonja Funfack. So sorgten beispielsweise die Änderungen beim Mittagessen für einen deutlich geringeren Lärmpegel und eine entspannte Atmosphäre.

Als roter Faden zog sich das Thema „Helden“ durch die Aktivitäten der Mädchen und Jungen. Am ersten Tag wurde traditionell die Kindersommerfahne gestaltet und vor dem Rathaus gehisst, allerdings mit weniger Kindern und ohne Eltern. In Gruppen wurde gebastelt und gemalt, neue Spiele, die auf Abstand funktionieren, getestet und dank des tollen Wetters konnte auch draußen getanzt werden. Favorit war in diesem Jahr ein Tanz der angesagten Kurzvideo-Plattform Tik Tok. Insgesamt kümmerten sich 26 Betreuerinnen und Betreuer um die Ferienspielkinder. Eine herausragende Aktivität war das Zeitkapsel-Projekt. Jedes Kind füllte eine Zeitkapsel mit einem Brief an sich selbst aus dem Jahr 2020. „Die künftige Museumsleitung wird in 50 Jahren die Zeitkapseln öffnen und versuchen, Euch zu finden. Vielleicht gibt es auch eine Ausstellung dazu“, stellte Sonja Funfack in Aussicht. 

Höhepunkt des Kindersommers war der Waldtag. Ein Ausflug kam wegen der Pandemie nicht infrage und so legte sich das Betreuerteam mächtig ins Zeug, um den Mädchen und Jungen unvergessliche Stunden im heimischen Forst zu bescheren. Sie folgten dem Ruf der kranken Königin Sonja, den zerbrochenen guten Stern wieder zusammenzusetzen, die königliche Hoheit zu heilen und damit das Gleichgewicht im Reiche Lakos wiederherzustellen. Dafür brauchte es wahre Helden. Doch wer hatte das Zeug zur Heldin, zum Helden? In entsprechenden Prüfungen stellten die Kinder in ihren Gruppen altersgerecht ihre vielfältigen Talente, ihren Mut und ihre Tapferkeit unter Beweis. Dabei galt es, böse Schergen zu bezwingen und den Waldgeistern die für die Königin lebenswichtigen Heilkräuter abzujagen. 

Zum Schluss gelang es gemeinsam, die Teile des zerbrochenen guten Sterns wieder zusammenzufügen und Königin Sonja wurde auch wieder ganz gesund. Die große Abschlussfeier im Kirchgarten konnte wegen Corona leider nicht stattfinden, dafür verabschiedeten sich die Kinder in ihren Gruppen. Nicht ins Wasser fiel hingegen der traditionelle Abschieds-Scherz, den sich stets die Jugendlichen, die im kommenden Jahr aus Altersgründen nicht mehr am Kindersommer teilnehmen können, für ihr Betreuerteam ausdenken. Sie drehten den Spieß herum und ließen die Betreuerinnen und Betreuer Heldenprüfungen ablegen. (PM) +++

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