GELNHAUSEN

"Weltweiter Prozess": Insolvenzverfahren der Veritas AG eröffnet

Die Produktion an den fünf deutschen Standorten sowie den ausländischen Standorten konnte vorerst stabilisiert werden. - Archivfoto KN/Hans-Hubertus Braune


Freitag, 31.07.2020

Das Amtsgericht Hanau hat am 28. Juli die Insolvenzverfahren der folgenden Gesellschaften eröffnet: 

  • Veritas AG 
  • Veritas Thüringen GmbH
  • Veritas Sachsen GmbH
  • Poppe GmbH

Zum Insolvenzverwalter wurde in allen vier Verfahren der Frankfurter Sanierungsexperte Dr. Jan Markus Plathner aus der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. Die Gesellschaften sind Teil der weltweit agierenden Veritas Poppe Gruppe. Der Automotive-Experte hat bereits das im April begonnene vorläufige Verfahren geleitet und in dieser Zeit neben der Fortführung aller Betriebe einen Investorenprozess gestartet.

„In einem äußerst anspruchsvollen weltweiten Prozess, der auch die Auslandsgesellschaften in China, Mexiko, den USA, Bosnien, der Türkei, Österreich und Ungarn umfasst, nehmen sowohl strategische als auch Finanzinvestoren teil“, berichtet Plathner. „In einem durchaus kompetitiven Prozess sind die Investoren zum Teil an der gesamten Gruppe oder nur an einzelnen Betrieben interessiert.“ Plathner betont in diesem Zusammenhang: „Ich bin aufgrund der breiten Interessentenbasis sehr optimistisch, eine gute Lösung für das Unternehmen zu finden.“ 

Die Produktion an den fünf deutschen Standorten (Gelnhausen und Gießen in Hessen, Neustadt und Polenz in Sachsen sowie Benshausen in Thüringen) sowie den ausländischen Standorten konnte vorerst stabilisiert werden. Im Rahmen der vorläufigen Verwaltung wurden umfassende Sanierungsmaßnahmen vorbereitet und zum Teil auch schon umgesetzt. „Nicht zuletzt die Covid-19-Krise und der damit verbundene erhebliche Umsatzrückgang hat uns gezwungen, auf der Kostenseite Einsparungen vorzunehmen“, erklärt der Sanierungsexperte Jan Markus Plathner. In diesem Zusammenhang ist auch Stellenabbau in den deutschen Werken geplant, der zum Teil auch schon umgesetzt wurde. 

Plathner merkt an, dass auch vor der Covid-19-Pandemie durch das Management vorinsolvenzliche Restrukturierungsmaßnahmen geplant waren. „Erfreulich ist dabei, dass sowohl die Kunden als auch die Lieferanten dem Unternehmen in der schwierigen Situation treu geblieben sind und damit eine Voraussetzung für eine Sanierung im Rahmen eines Verkaufs an einen Investor sind“, freut sich Plathner. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert, ebenso sind der Betriebsrat und die beteiligte Gewerkschaft involviert. Mit Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens übernimmt Veritas nun wieder die Löhne und Gehälter, die seit April durch die Insolvenzgeldvorfinanzierung durch die Agentur für Arbeit gezahlt wurden. 

Veritas beschäftigt weltweit 4.400 Mitarbeiter und verfügt über elf eigenständige Werke in Deutschland, China, Mexiko, Österreich, Bosnien, Ungarn und der Türkei. (PM) +++

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