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Mehr Rechte für Frauen: Viel erreicht – noch viel zu tun

'Vor 120 Jahren haben sich mutige Frauen getroffen, um sich gemeinsam auf den Weg zu machen, hin zu mehr Frauenrechten.' - Symbolbild: Pixabay.com


Montag, 14.09.2020

Am 15. September 1900 trafen sich sozialdemokratische Frauen erstmals zu einer Konferenz in Mainz. Kaweh Mansoori, Vorsitzender des SPD-Bezirks Hessen-Süd und stellvertretender Vorsitzender der SPD Hessen, mahnt, dass auch 120 Jahre später in Sachen Frauenrechten noch viel zu tun ist: 

„Vor 120 Jahren haben sich mutige Frauen getroffen, um sich gemeinsam auf den Weg zu machen, hin zu mehr Frauenrechten. Es sollte noch viele Jahrzehnte dauern, bis Frauen in der Politik so selbstverständlich wurden, wie sie es heute sind – auch in der SPD. Auf das Frauenwahlrecht mussten sie noch 18 weitere Jahre warten, auf die Gründung der „Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen“ 72 Jahre, auf den Beschluss zur Frauenquote innerhalb der SPD sogar 88 Jahre. 

Die schwierige Situation hielt die Frauen aber nicht davon ab, Geschichte zu schreiben. Sie setzten sich ein für eine stärkere Berücksichtigung der Frau in und durch die Politik und gegen das Leitbild der Hausfrauenehe. Das Klima für Frauen in der Politik hat sich im Laufe der Zeit positiv verändert. Das Hamburger Programm – das Grundsatzprogramm der SPD - beinhaltet die Forderung: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ Um dies zu erreichen, brauchte und braucht man Frauen, die den Mut haben, sich für die Sache einzusetzen. 

Von einer Gleichheit von Mann und Frau kann leider auch heute noch keine Rede sein. Corona hat uns gezeigt, dass wir leider allzu schnell in längst überwundenen Rollenklischees zurückfallen. Frauen haben während der Pandemie den deutlich größeren Anteil der zusätzlich anfallenden Sorgearbeit übernommen. Frauen sind häufiger von Arbeitszeitreduktion betroffen. Sie sind es, die meist ihre Stunden reduzieren, wenn die Kinderbetreuung wegfällt. So drohen ihnen langfristige negative Auswirkungen auf ihre Erwerbsverläufe. Zudem arbeiten Frauen öfter in schlechtbezahlten, aber systemrelevanten Jobs an der Supermarktkasse, als Erzieherinnen in den Kindergärten oder als medizinische Fachangestellte in Krankenhäusern, Arztpraxen und in Pflege- und Altenheimen. 

Sie haben das Land während der Pandemie am Laufen gehalten und dabei häufig ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Schlecht bezahlte Berufe gekoppelt mit Kinderbetreuungszeiten führen zu weniger Lohn und im Regelfall auch zu weniger Rente. Hier sind wir gefordert. Respekt und Anerkennung für Leistung und gute Arbeit drücken sich auch in der Bezahlung aus. Es geht um den Aufstieg von Frauen in den Unternehmen, um Emanzipation und Selbstbestimmung. Es muss möglich sein, auch in der Krise Frauenrechte zu stärken.“ (PM) +++

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