HANAU

Drohende Schließung des Schwimmbades - Stadt bietet Hilfe an

Dem Schwimmbad der Vereinten Martin Luther Stiftung droht die Schließung. - Symbolbild: Pixabay.com


Samstag, 21.11.2020

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel haben vergangene Woche Kunde von der drohenden Schließung des Schwimmbads der Vereinten Martin Luther Stiftung erhalten und sich sofort eingeschaltet, wie untenstehendem Schreiben von letztem Donnerstag zu entnehmen ist. Wie im Brief an die Verantwortlichen dargelegt, möchte die Stadt Hanau gerne dazu beitragen die - für viele Menschen so wichtigen - Angebote aufrecht zu halten. Deshalb hat sie angeboten einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden. 

Wortlaut des Briefes von Bürgermeister Axel Weiss-Thiel an die Verantwortlichen:

 Sehr geehrte Damen und Herren, 

die Schließung des Schwimmbads auf der Martin-Luther-Anlage 8 der Vereinten Martin Luther Stiftung sorgt für erhebliches Aufsehen in der Hanauer Stadtgesellschaft und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben sich an Sie, Frau Schaffer, als Behindertenbeauftragte der Stadt Hanau, an den Oberbürgermeister und an mich als Sozialdezernenten sowie Aufsichtsratsvorsitzenden der Hanau Bäder GmbH gewandt. Eine diesbezügliche Petition zum Erhalt des Schwimmbads hat mittlerweile 1.285 Unterstützer*innen, davon 484 in Hanau.

Auch als Mitglied einiger Aufsichtsgremien der Stiftung hätte ich mir gewünscht, dass diese Gremien frühzeitig in entsprechende Überlegungen des Vorstands einbezogen worden wären.

Aber lassen Sie uns nach vorne schauen und versuchen Lösungswege zu finden, die allen Beteiligten helfen: 

  • Der Kostendruck, der im Pflegesystem auf Altenpflegeeinrichtungen ausgeübt wird, ist unbestreitbar, ebenso wie die Tatsache, dass ein 6-stelliges jährliches Defizit dieses Schwimmbads sowie der Sanierungs- und Investitionsaufwand nicht über die Pflegesätze und Eigenbeiträge getragen werden kann.
  • Kinder möglichst frühzeitig an den Umgang mit Wasser heranzuführen und ihnen das Schwimmen beizubringen dient nicht nur der Gesundheit, sondern wird in Hanau traditionell als lebensschützende Maßnahme verstanden. 
  • Für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen – junge wie alte - können Wassertherapien von erheblicher Bedeutung sein. Auch diakonische Einrichtungen sind ebenso wie das BWMK in diesem Bereich der Behindertenhilfe aktiv. 

Dass nicht nur die Stadt Hanau das so sieht, zeigen auch die jüngsten Aktualisierungen der Corona-Verordnungen des Landes, wonach zwar alle Schwimmbäder für den Publikumsverkehr geschlossen, aber für Schwimmunterricht sowie neuerdings für "für Rehabilitationssport und Funktionstraining im Sinne des SGB IX" (Behindertenhilfe) zugänglich sind.

Ich möchte Ihnen hiermit zwei Optionen anbieten: 

Für mich liegt es nahe, im Sinne der genannten drei Ansätze alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen mit dem Ziel einer zukunftssicheren Lösungen für das VMLS-Bad, die die finanzielle Belastung nicht allein die VLMS tragen lässt. Sicher wird ein derartiger Ansatz Zeit brauchen und ein Erfolg ist nicht sicher. Vielleicht sind auch noch nicht alle möglichen Unterstützungen in den Blick genommen worden. Ich bitte den Vorstand der VLMS keine endgültigen unumkehrbaren Fakten zu schaffen und biete an, mich als Vertreter der Stadt Hanau mit der Expertise der städtischen Bäder in diesen Prozess einzubringen. 

Zwar sind die Kapazitäten unserer beiden städtischen Schwimmbäder derzeit durch die Sanierungsarbeiten im Lindenaubad begrenzt. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Hanauer Bäder GmbH biete jedoch an, gemeinsam mit dem GmbH-Geschäftsführer Herrn Weier Ausweichkapazitäten im Heinrich-Fischer-Bad für die Nutzer*innen des VMLS-Schwimmbades zu prüfen, sollte die – möglicherweise vorübergehende – Schließung des VMLS-Bades zum Jahresende unausweichlich sein. Bei entsprechender Flexibilität aller Beteiligten sollten sich hier Möglichkeiten finden lassen. (PM) +++

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