Liebling der Streitkräfte: Peter Tauber als neuer Verteidigungsminister?
Mittwoch, 10.07.2019
von Lena Riemann/Julius Böhm
GELNHAUSEN/BERLIN - Der osthessische CDU-Abgeordnete Peter Tauber könnte schon bald den nächsten, großen Schritt auf der Karriereleiter machen. Im Verteidigungsministerium wird der Chefsessel frei, sollte Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt werden. Im altehrwürdigen Bendlerblock sitzt der 44-Jährige aus Gelnhausen bereits - zumindest in der zweiten Reihe.
Als enger Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel, wird Tauber ob mit böser oder wohlgesonnener Zunge, "Merkels Paladin" genannt. Es war also kaum verwunderlich, dass der Historiker nach der Bundestagswahl 2017, bei der er für die CDU den Wahlkampf als Generalsekretär zu verantworten hatte, aufsteigen würde. Ist von der Leyen verhindert, sitzt Tauber heute schon als Parlamentarischer Staatssekretär am Regierungstisch. Dabei unterstützt er die Ministerin sowohl auf parlamentarischer als auch politischer Ebene, indem von der Leyen bei der Führung der Streitkräfte oder der Planung von Einsätzen unter die Arme greift.
Kaum ein Politiker ist näher an den Truppen der Bundeswehr und erfährt solche Wertschätzung von ihnen. Er besuchte seine Kameraden in Afghanistan, Mali und an zahlreichen Truppenstandorten in Deutschland. Setzt sich für den Wert der Bundeswehr auch im Parlament regelmäßig ein. Es klingt beinahe ein wenig kitschig, dass ihm im November 2017 die Ärzte im Berliner Bundeswehrkrankenhaus das Leben retteten.
Am vergangenen Montag wurde Tauber vom Oberleutnant zum Hauptmann der Reserve ernannt. Hierbei stellt sich nun die Frage, ob es sich nur um einen symbolischer Akt oder doch um einen Wink mit dem Zaunpfahl handelt? Er selbst unterstützt freilich seine Chefin bei der Kandidatur zur Kommissionspräsidentin. Von der Leyen sei "überzeugte Europäerin mit Herzblut", "Expertin für das Kernthema Sicherheit" und eine "logische Kandidatin". Und: Sie sitzt auf dem Stuhl, den Tauber möglicherweise gerne hätte.
Die beiden Minister Jens Spahn (Gesundheit) und Peter Altmeier (Wirtschaft) gelten ebenfalls als Kandidaten für den Verteidigungsposten. Beiden fehlt jedoch die militärische Kompetenz, die Tauber freilich hat.+++