REGION

Es geht gar nichts mehr! Rentner Willi Heinz und die missglückte Terminvergabe

Willi Heinz beim gescheiterten Versuch, sich und seine Frau zum Impfen anzumelden. - Fotos: Luisa Diegel


Dienstag, 12.01.2021
von LUISA DIEGEL

Post vom Land Hessen trudelte bei Willi Heinz und seiner Frau Inge am Montagmorgen ein. Denn nun sind auch sie an der Reihe, um gegen das Corona-Virus geimpft zu werden. "Wir möchten, dass Sie bestmöglich unterstützt und geschützt werden und bieten Ihnen deshalb eine kostenlose Impfung an. Hierzu ist es erforderlich, dass Sie sich für diese Impfung anmelden." Wenn das mal so einfach wäre ...

Ende letzten Jahres die erfreuliche Nachricht in Deutschland: Mit dem Impfen gegen das Corona-Virus kann früher begonnen werden, als zuvor angenommen. Am 27. Dezember starteten dann die mobilen Impfungen in den Alters- und Pflegeheimen. Für Willi und seine Frau stand von Anfang an fest: "Wir möchten uns impfen lassen!" Denn die beiden sind über 80, durch schwere Krankheiten gehört das Ehepaar zur Risikogruppe - auch deshalb meiden sie, so gut es geht, seit Monaten Wege in die Stadt oder zum Einkaufen. 


Weiter Weg nach Fulda

Umso mehr die Freude über den Brief des Landes Hessen, dass nun auch sie an der Reihe sind, um sich impfen zu lassen. Allerdings müsste das Ehepaar derzeit den längeren Weg nach Fulda auf sich nehmen, da das Impfzentrum im nahegelegenen Alsfeld aufgrund der geringen Impfstoffmenge immer noch nicht geöffnet hat. Nicht leicht für die beiden. Deshalb bietet das Land Hessen für diejenigen, die nicht eigenständig zu den für sie vorgesehenen Impfzentren fahren können, Impfungen von zuhause an. "Dies wird jedoch angesichts knapper Impfstoffmengen leider noch einige Zeit in Anspruch nehmen", so die Aussage des Landes. Willi möchte nicht länger warten - deshalb greift er am Dienstagmorgen zum Telefon.

"Ich möchte versuchen, einen Impftermin zu bekommen", sagt er entschlossen im Gespräch mit Kinzig.News. Doch schon nach den ersten Sekunden das ernüchternde Fazit: Die Telefonleitung ist überlastet. "Leider sind aufgrund zahlreicher Anrufe alle Leitungen in Ihrem Landkreis belegt. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt", so die Bandansage. Immer wieder wählt Heinz die 116 117, immer wieder kommt die gleiche Ansage.


Auch Onlineservice überlastet

"Dann probieren wir es jetzt übers Internet", so der Rentner entschlossen. Gesagt, getan. Doch auch da kommt er nicht weit. "Zurzeit wird der Online-Service von sehr vielen Antragsteller:innen gleichzeitig genutzt. Daher möchten wir Sie bitten, den Online-Service zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufzurufen", heißt es auf der Internetseite. 

Nach zwei Stunden gibt Willi den Versuch auf, am Vormittag einen Termin für seine Frau und sich zum Impfen zu bekommen. "Vielleicht klappt's dann morgen."

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