Vorwürfe gegen Main-Kinzig-Kliniken

Staatsanwältin: Leichnam im Wespenstich-Fall "Zeit lang nicht gekühlt"

Die Rechtsmedizin in Frankfurt - Archivfoto: Moritz Pappert


Montag, 07.11.2022

GELNHAUSEN - Neue Entwicklungen im Wespenstich-Fall von Gelnhausen. 

Die Schwester eines Anfang September in den Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen Verstorbenen erhob in einem emotionalen Facebook-Post Vorwürfe gegen die Main-Kinzig-Kliniken. Diese stehen im Zusammenhang mit der Behandlung und der Aufbewahrung des Leichnams ihres Bruders (wir berichteten). Nun liegen KINZIG.NEWS neue Erkenntnisse in dem Wespenstich-Fall von Gelnhausen vor. 

Eine Anfrage bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Hanau ergab, dass in dem Wespenstich-Fall ein Todesermittlungsverfahren geführt wird. Ein Todesermittlungsverfahren findet immer dann statt, wenn bei der Todesursache nicht von einem natürlichen Tod auszugehen ist bzw. die Todesursache noch unklar ist. 

Obduktion des Leichnams 

Lisa Pohlmann, Staatsanwältin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau, bestätigt auf KINZIG.NEWS-Anfrage: "Der Leichnam der Person ist in Frankfurt obduziert worden." Dies sei nach Antrag der Staatsanwaltschaft Hanau und auf Beschluss des Amtsgerichtes geschehen. Die Obduktion sei bereits abgeschlossen. Zur weiteren Klärung der Todesursache müssten aber noch rechtsmedizinische Zusatzgutachten abgewartet werden. Dies werde noch einige Zeit dauern. Nach jetzigem Stand sei daher auch noch nicht geklärt, ob Fehler bei der Behandlung des Verstorbenen gemacht wurden, zu spät mit einer medizinischen Versorgung begonnen wurde oder die Ärzte fehlerfrei behandelt haben. 

Pohlmann erklärt zudem, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei der Staatsanwaltschaft Hanau "keine Strafanzeige vorliegt", die den beschriebenen Fall betrifft. Daher gebe es derzeit auch kein Ermittlungsverfahren, welches nur bei dem Verdacht auf eine Straftat geführt wird. 

Leichnam "Zeit lang nicht gekühlt"

In ihrem Facebook-Post wirft die Schwester des Verstorbenen den Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen auch vor, dass der Leichnam ihres Bruders nicht ordnungsgemäß gekühlt worden sei. Auf KINZIG.NEWS-Nachfrage bestätigt Staatsanwältin Lisa Pohlmann: "Der Leichnam ist eine Zeit lang nicht gekühlt worden." Dem aktuellen Stand nach habe die Staatsanwaltschaft keinen Anhaltspunkt, dass die Nicht-Kühlung absichtlich geschehen sei.

Auch die Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen reagieren auf eine KINZIG.NEWS-Anfrage schriftlich: 

Eine Sprecherin des Klinikums bestätigt, dass es am Freitag, den 02.09.2022 in den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen ein Problem mit der Kühlung der Leichname gegeben habe. Die Kühlung sei von 09:30 Uhr bis 17 Uhr unterbrochen gewesen. Drei Leichname seien davon betroffen gewesen. Auslöser für den Ausfall der Kühlung war „ein technischer Defekt an der Kühlanlage der Prosektur, der durch den Austausch des Kühlstellenreglers behoben wurde.“ Seit Anfang September sei dieses Problem nicht erneut aufgetreten. Die Klinik habe „nach Auftreten des Defekts“ eine Fachfirma mit der Reparatur beauftragt.

Frau erhebt Vorwürfe gegen Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen - Foto: Stefanie Harth

Frau erhebt Vorwürfe gegen Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen - Foto: Stefanie Harth

KINZIG.NEWS wollte zudem wissen: Wie ist das Vorgehen, wenn die Kühlung der Leichname im Krankenhaus ausfällt? 

Eine Sprecherin der Main-Kinzig-Kliniken: „Bei einem Ausfall der Kühlung über einen längeren Zeitraum nutzt die Klinik nach Absprache die Kühlmöglichkeiten verschiedener Bestatter oder Leichenhallen.“ Wenn eine Leiche obduziert werden müsse, sei dies nicht möglich. Dann werde sie zeitnah der Rechtsmedizin überstellt. (tby)

Der Facebook-Post, der den Fall öffentlich machte - Screenshot: Facebook

Der Facebook-Post, der den Fall öffentlich machte - Screenshot: Facebook

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