Feier in Erlensee

Wernz-Elektro feiert 50-jähriges Bestehen

Von links nach rechts: Firmengründer Reinhard Wernz, Geschäftsführer Timo Wernz, Obermeister Walter Ebert und Dr. Miriam Ott-Wernz.


Sonntag, 20.11.2022

ERLENSEE - Im Keller seines Elternhauses trieb Timo Wernz einst den von seinem Vater Reinhard Wernz gegründeten Ein-Mann-Betrieb voran. Heute beschäftigt das Elektro-Unternehmen 28 Mitarbeiter an den Standorten Erlensee und Jügesheim /Rodgau. Die Fachzeitschrift des Elektrohandwerks „de“ kürte Wernz vor zwei Jahren zum besten Elektro-Unternehmen Deutschlands, vor einigen Monaten erhielt Timo Wernz mit dem sogenannten „Elmar Arbeitgeber“ einen weiteren Preis der Branche. Und jetzt gab es im Unternehmen schon wieder einen Grund zum Feiern: Wernz Elektro ist 50 Jahre alt geworden. 

Begangen wurde das Jubiläum im neuen Bürogebäude des Unternehmens, das in diesem Sommer auf dem Dach des Rewemarktes in Erlensee eröffnet wurde. Unter den Gästen waren Vertreter der Branche wie der Obermeister der Elektroinnung Main-Kinzig, Walter Ebert. Aber auch politische Prominenz hatte sich angesagt. Glückwünsche überbrachten mit Stefan Erb der Bürgermeister von Erlensee und auch dessen Amtskollege Max Breitenbach sowie der Erste Stadtrat Michael Schüssler aus der Stadt Rodgau.

Vor sechs Jahren hatte Wernz dort einen über 100 Jahre alten Traditionsbetrieb vor dem Verschwinden gerettet und das Unternehmen mit all seinen Mitarbeitern weitergeführt. Deshalb zahlt er auch an beiden Standorten, sowohl in Erlensee als auch in Rodgau, Gewerbesteuern. Beide Bürgermeister betonten in ihren Reden, dass mittelständische Handwerksbetriebe wie das Jubiläumsunternehmen das wirtschaftliche Rückgrat der lokalen Wirtschaft darstellten.

"Abkehr von der Wegwerfgesellschaft"

Obermeister Walter Ebert betonte den Mut und die Risikobereitschaft, die Timo Wernz in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt habe. Der Unternehmer habe das Gespür für aktuelle Entwicklungen und nannte als Beispiel die erst in diesem Jahr erfolgte Gründung von „Wernz Services“.  Der jüngste Zweig des Erlenseer Unternehmers widmet sich der Wartung und der Reparatur von Haushalts- und Elektrogeräten. Waschmaschinen, Kaffeemaschinen, Herde werden dort wieder repariert statt wie bisher weggeworfen. Dafür hat Timo Wernz eigens einen Mitarbeiter eingestellt, der 30 Jahre Erfahrung in Wartung und Reparatur mitbringt. „Das entspricht dem Zeitgeist, die Leute wollen ihren Produkten ein zweites Leben schenken. Es ist die Abkehr von der Wegwerfgesellschaft“, sagte Ebert.

Wernz arbeitet jedoch zum großen Teil für die öffentliche Hand und gewerbliche Kunden.  Aber auch Privatkunden nehmen seine Dienste gerne in Anspruch. Der Unternehmer setzt vor allem auf Rahmenverträge mit einer Laufzeit von mehreren Jahren. So betreut das Unternehmen beispielsweise alle Schulen des Wetteraukreises aber auch eine Reihe von Kindertageseinrichtungen. Darüber hinaus ist der Erlenseer Partner von Lidl und sorgt dafür, dass die Elektrik in ca. 100 Lidl-Filialen im gesamten Rhein-Main-Gebiet einwandfrei funktioniert.

Wernz selbst blickt auf einen Werdegang zurück, der in der Branche nicht alltäglich ist: Nach    erfolgreicher Meisterausbildung an der Werner-von-Siemens-Schule in Mannheim arbeitete er zunächst zwei Jahre lang als Gruppenleiter Elektrotechnik beim privaten Fernsehsender ProSieben in München und später als Abteilungsleiter für die elektrotechnische Instandhaltung bei einem Hanauer Technologiekonzern. Erst dann stieg er bei seinem Vater Reinhard ein, der die Firma Wernz Elektro zu jener Zeit als Kleingewerbe unterhielt. Mittlerweile hat Timo Wernz seinen Firmennamen und auch das Logo schützen lassen.

25 bis 100 Euro für die private Altersvorsorge der Mitarbeiter

Die Mitarbeiter seien nun einmal sein Kapital, so der Unternehmer. Je nach Zugehörigkeit bezahlt Wernz seinen Mitarbeitern zwischen 25 und 100 Euro monatlich in eine private Altersvorsorge. Je länger jemand dabei ist, desto höher ist der betriebliche Zuschuss. Großen Wert legt er auch auf die Aus- und Weiterbildung in seinem Betrieb. „Qualität vor Quantität“, lautet sein Credo. Jeder Lehrling bekommt einen erfahrenen Monteur an die Seite gestellt. Doch auch für Facharbeiter hält Wernz Möglichkeiten bereit, sich stetig weiterzubilden – ein Muss angesichts der immer komplexer und komplizierter werden Gebäudetechnik.

Wernz hat dazu eine betriebsinterne Akademie geschaffen, die Wernz Akademie, in der nicht nur die eigenen, sondern auf Wunsch auch Innungsbetriebe ihre Mitarbeiter schulen lassen können. Dafür steht im Firmengebäude in Erlensee ein Schulungsraum zur Verfügung. Die Akademie arbeitet mit einem Konzept, dass die Mitarbeiter nicht überfordert. Ein Lehrgang dauert in der Regel zwei bis drei Stunden. Die Dozenten kommen meist von Produktherstellern, auch pflegt der Chef eine enge Kooperation mit der Industrie.

Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter ist im Handwerk sehr groß. Vor allem im Elektrohandwerk bestehe für die Unternehmen die Gefahr, dass Fachkräfte in die Industrie abwanderten, wo zumeist höhere Löhne gezahlt würden, weiß Wernz aus Erfahrung, aber auch hier hat er schon ein Konzept parat. Im kommenden Jahr wird er in der Elektroinnung das Amt des stellvertretenden Obermeisters übernehmen. „Wir brauchen Unternehmer von seinem Schlage“, sagt der amtierende Obermeister Walter Ebert. (red)

Von links nach rechts: Reinhard Wernz, Obermeister Walter Ebert, Timo Wernz, Bürgermeister Stefan Erb, Ralf Kunert (1. Vorsitzender IGEMO), Erster Stadtrat Michael Schüssler und Bürgermeister Max Breitenbach.
Von links nach rechts: Reinhard Wernz, Obermeister Walter Ebert, Timo Wernz, Bürgermeister Stefan Erb, Ralf Kunert (1. Vorsitzender IGEMO), Erster Stadtrat Michael Schüssler und Bürgermeister Max Breitenbach. - Fotos: Kreishandwerkerschaft Hanau
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