REGION

Corona-Pause: Wie Sie ihr Wohnzimmer in ein Fitnessstudio verwandeln

Fitnessstudios sind derzeit verwaist - Archivfoto: Marius Auth

Samstag, 18.04.2020
von FELIX HAGEMANN

Sportplätze gesperrt, Fitnessstudios geschlossen und für viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten, entfällt sogar der tägliche Weg zur Arbeit. Wie sich also fit halten in einer Zeit, in der für viele der Gang zum Kühlschrank schon das Hoch der Gefühle ist? Auf was gilt es bei der Ernährung zu achten und wie gut sind eigentlich Fitness-Apps? Kinzig|News hat mit Michael Franz, dem renommierten Physiotherapeuten und Inhaber von Zentrum Mensch in Eichenzell bei Fulda, gesprochen.


"Mal eins vorneweg: wer sich am Tag etwas Zeit nimmt und ein bisschen spazieren geht, macht instinktiv schon mal einiges richtig", so Franz. Denn jede Art von Bewegung sei besser als keine Bewegung, gerade jetzt da sich viele Menschen nur noch in den eigenen Wänden aufhalten. 

Um fit zu bleiben oder zu werden, reicht das aber nicht. "Dafür sollte man zwei - bis dreimal die Woche ein bisschen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit trainieren", so Franz. Ewig lange Trainingseinheiten sind dafür nicht nötig. "Auch bei mir im Studio ist man mit Aufwärmen, Hauptteil und anschließendem Dehnen nach 45 Minuten fertig. Wichtig ist nur, dass man während des Trainings an seine Grenzen geht. Die Muskeln sollen spüren, dass sie was geleistet haben."


Michael Franz, Inhaber und Eigentümer vom Zentrum Mensch

Michael Franz, Inhaber und Eigentümer vom Zentrum Mensch

Dafür reichen schon 15 Minuten intensives Training. Wer jetzt glaubt, ohne Geräte aus dem Studio sei das gar nicht möglich, liegt falsch. Es gibt viele Ganzkörperübungen, die man an seinen persönliches Fitnessniveau anpassen kann. "Eine gute Übung ist zum Beispiel die Kniebeuge. Man kann mit der klassischen Kniebeuge beginnen. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, geht man dann in die Schrittstellung oder nimmt Gewichte dazu, das kann ein Rucksack oder Wasserkasten sein."


Franz empfiehlt acht bis zehn Wiederholungen pro Übung. Wer mehrere verschiedene Kräftigungsübungen hintereinander macht, trainiert damit gleichzeitig auch die Ausdauer-Komponente und das Herz-Kreislauf-System. Helfen können einem dabei auch Fitness-Apps, die detailliert diverse Übungen zeigen und teilweise sogar ganze Trainingspläne für einen zusammenstellen. Für Franz eine gute Sache, er sieht nur eine Schwäche: "Man bekommt keinerlei Rückmeldung, ob man die Übung auch wirklich korrekt ausführt, das ist gerade für Anfänger nicht ideal." Bei falsch ausgeführten Übungen erhöht sich das Verletzungsrisiko. 


Für ein fittes und gesundes Leben spielt neben dem Sport auch die Ernährung eine große Rolle. Wie viel darf man wovon wann essen? Diese Frage stellen sich momentan wahrscheinlich viele Menschen. Ratgeber dazu gibt es wie Sand am Meer. Für Franz gibt es eine Grundregel, mit der man nichts falsch machen kann. "Unser Hauptenergieträger sind Kohlenhydrate beispielsweise Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Der Körper braucht diese aber nur, wenn er sie durch Bewegung auch verbraucht. Wer sich also momentan wenig bewegt, sollte eher auf Gemüse umsteigen." Für ihn sei dies wie mit einem Auto: das würde man ja auch nur tanken, wenn man vorher gefahren ist. +++

Neues Beliebtes
    Kontakt

    Ihr direkter Draht zur Kinzig.News Redaktion:

    Telefon:06051 88770 230
    E-Mail:[email protected]