Fürs Handwerk hörte er nach der Zwölften auf

Sanitär- und Heizungswesen: Daniel Schlenstedt (21) ist Jahrgangsbester

Michael Hotz, Obermeister Berik Schnabl, Innungsbester Daniel Schlenstedt sowie Stefan Hotz (v.li.) - Fotos: Kreishandwerkerschaft Hanau


Mittwoch, 16.11.2022

HANAU - Daniel Schlenstedt ist Jahrgangsbester der Gesellen im Sanitär- und Heizungswesen und hat mit 21 Jahren bereits die Meisterschule im Visier...

Es war eine ganz bewusste Entscheidung. In der zwölften Klasse entschied sich Daniel Schlenstedt, das Lichtenberg-Oberstufen-Gymnasium in Bruchköbel zu verlassen und stattdessen eine Lehre im Sanitär- und Heizungstechnik-Handwerk zu beginnen. Jetzt bekam der 21-jährige Roßdorfer als Jahrgangsbester seinen Gesellenbrief überreicht. Und zwar in einem feierlichen Rahmen auf der Ronneburg, wo die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Hanau ihre frisch gebackenen Gesellen freisprach.

Daniel Schlenstedt war nicht nur der Beste, er war auch einer der Schnellsten auf dem Weg zum Facharbeiter. Weil seine Schulnoten stimmten und er auch praktisch die Anforderungen erfüllte, die an einen guten Gesellen gestellt werden, konnte Schlenstedt seine Lehre von dreieinhalb auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Seit Januar ist er nun schon offiziell Geselle und verdient auch dementsprechend.

"Ich wollte ins Handwerk"


„Für mich stand schon sehr früh fest, dass ich ins Handwerk möchte“, sagt er. Er habe schon immer gerne mit den Händen gearbeitet. Ein Schülerpraktikum beim Sanitär- und Heizungsbetrieb Gerhard Hotz Haustechnik GmbH in Nidderau war dann der entscheidende Impuls. Im gleichen Betrieb hat er auch seine Ausbildung absolviert. Den Bereich Sanitär- und Heizungstechnik habe er wegen seiner Vielseitigkeit gewählt, so der junge Geselle. Bäder zu bauen, Heizungen zu montieren, das habe ihn einfach gereizt, erzählt er. Und weil die Energiewende ohne seinen Handwerkszweig nicht umzusetzen ist, habe er auch einen Beruf mit Zukunft und vollen Auftragsbüchern gewählt, ist er sich sicher.

Nach abgeschlossener Lehre gönnt sich Schlenstedt jedoch keine Pause. Für den Meisterkurs hat er sich bereits angemeldet. Bis Dezember wird er weiterhin in seinem Ausbildungsbetrieb arbeiten und dann im Januar mit der einjährigen Meisterschule beginnen. Bereits mit 22 Jahren könnte er einer der jüngsten Meister im Bezirk der Kreishandwerkerschaft Hanau sein. „Vom Monatsgehalt zwacke ich deshalb schon immer etwas ab, damit ich in dem Jahr auf der Schule über die Runden komme“, sagt er augenzwinkernd. Doch für die Weiterbildung gibt es zudem ein sogenanntes Ausbildungs-Bafög. Das heißt, Schlenstedt bekommt während er wieder die Schulbank drückt, eine staatliche Unterstützung.

"Das System Schule und Ausbildungsbetrieb ist einzigartig"

Auf der Ronneburg wurden jetzt die Gesellen der Innung für Sanitär und Heizungstechnik Hanau freigesprochen.

Auf der Ronneburg wurden jetzt die Gesellen der Innung für Sanitär und Heizungstechnik Hanau freigesprochen.

Der Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik in Hanau, Berik Schnabl, zeigte sich mit den Ergebnissen der Prüfungen sehr zufrieden und lobte in seiner Rede vor allem die duale Ausbildung in Deutschland. Das System Schule und Ausbildungsbetrieb sei einzigartig. Die ganze Welt beneide Deutschland um dieses Ausbildungssystem. „Ihr seid mit eurem Gesellenbrief hoch angesehen, und ich bin mir sicher, die meisten Betriebe hegen großes Interesse an euch. Ihr dürft wirklich stolz auf eure Leistung sein.“

Zudem betonte Schnabl die Möglichkeiten, die den jungen Gesellen nun offen stünden: „Ihr könnt die Laufbahn über Weiterbildungskurse zum Techniker oder gar zum Meister machen“. Die Meisterprüfung sei mittlerweile dem Bachelor gleichgestellt. „Ihr könnt im Anschluss an die Meisterprüfung an jeder Uni in Deutschland studieren“, sagte er, bat aber im gleichen Atemzug darum, dem Handwerk treu zu bleiben. (red)

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