HANAU

Trotz Spendenaktion: K.O. droht im Februar

Ein erster Schritt: Die HSB unterstützt das Projekt mit 1.000 Euro. - Foto: Gelnhäuser Neue Zeitung

09.11.2019
von: Gelnhäuser Neue Zeitung

Überaus erfolgreich war sie, die Spendenaktion zugunsten des sozialpädagogischen Boxprojekts im Jugendzentrum „K-Town“ in der Helmholtzstraße. Knapp 50.000 Euro waren 2016/17 zusammengekommen und damit konnte der Fortbestand des Box Gym zweieinhalb Jahre lang gesichert werden. Die sind nun fast um und das Projekt steht erneut vor dem Aus, wenn sich nicht Unterstützer finden. Mitarbeiter und nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen hoffen nun, dass es erneut gelingt, die Zukunft ihres Herzensprojekts zu sichern.

„Im kommenden Februar können wir die Gehälter für unsere Trainer nicht mehr zahlen“, sagt Antje Heigl beim Pressegespräch, das der Auftakt für eine neuerliche Spendenakquise sein soll. Die Sozialarbeiterin hat das Projekt 2003 mit den beiden Trainern Davut Demir und Volkan Bagbasi aus der Taufe gehoben und zu einem Erfolgsprojekt gemacht. Allen Zweiflern und Skeptikern zum Trotz hat sich das Box Gym zu einem Selbstläufer entwickelt. 80 Jugendliche trainieren hier mindestens zweimal wöchentlich, die Warteliste ist lang. Niemand zweifelt heute mehr daran, welcher Gewinn ein solches Projekt gerade in einem Bezirk wie der Weststadt ist. Die Jugendlichen bekommen Anerkennung, lernen Selbstdisziplin und Verantwortungsbewusstsein, den Umgang mit Siegen wie mit Niederlagen – auch, aber nicht nur im Boxring.

Trainer Davut Demir weiß all das auch aus persönlicher Erfahrung, und sagt es ganz kurz, knapp und eindringlich: „Der Sport hat mich vom Freiheitsplatz geholt.“ Beim Boxen entwickelten die Mädchen und Jungen hier Selbstvertrauen, lernten ihre Grenzen kennen und auch, dem sportlichen Kontrahenten mit Respekt zu begegnen, fasst er zusammen und schließt beinahe poetisch: „Ich sehe hier junge Menschen wie eine Blume aufgehen, die vorher zu wenig Wasser hatte.“

Für viele Jugendliche aus der Weststadt ist das Box Gym nicht wegzudenken, trotzdem steht die Finanzierung auf wackeligen Beinen. Angesiedelt ist das sozialpädagogische Boxen im Jugendzentrum „K-Town“, fällt aber nicht in den Haushalt des JUZ. Während Letzteres von Stadt und Kirchengemeinde finanziert wird, ist das Box Gym schon immer auf Spenden angewiesen. Auf rund 20.000 Euro pro Jahr beziffert Antje Heigl die nötige Summe, um die beiden Trainer zu bezahlen und das Projekt auch über kommenden Februar hinaus erhalten zu können.

Eine erste Resonanz auf den aktuellen Spendenaufruf kann das Box Gym übrigens schon verzeichnen: Die Hanauer Straßenbahn (HSB) fördert das Projekt mit 1.000 Euro. „Die bemerkenswerte Präventions- und Integrationsarbeit in einem Stadtteil mit vielen benachteiligten Kindern unterstützen wir gerne“, sagt HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte, der den Spendenscheck überbrachte. Daneben rührt die HSB zudem mit Plakaten in den Hanauer Stadtbussen kräftig die Werbetrommel für das Projekt: Darauf wird zu weiteren Spenden für die Jugendhilfeeinrichtung aufgerufen und die große Boxnacht am Samstag, 23. November, angekündigt. Hier steigen Sportler des Box Gym gegen eine Hessenauswahl in den Ring. Einlass ist um 16 Uhr, die Vorkämpfe starten um 17 Uhr, die Hauptkämpfe zwei Stunden später. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro.  Wer das Box Gym unterstützen möchte, kann sich unter Tel. 06181/259268 oder per Mail an juz_ktownyhoo.de melden. +++