Schweiz will den Anwalt ausliefern

Prozess gegen "Mister-Cum-Ex" Hanno Berger rückt immer näher

Anwalt Hanno Berger - Collage: ON, Pixabay


Donnerstag, 02.09.2021
von MORITZ PAPPERT

SCHLÜCHTERN/ SCHWEIZ - Es ist der größte Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik: Die Cum-Ex-Geschäfte. Einer der Hauptdrahtzieher soll der aus Schlüchtern stammende Anwalt Hanno Berger (70) sein. Der Prozess gegen ihn rückt jetzt immer näher. Das berichtet unter anderem das Handelsblatt. 

Dem Handelsblatt gegenüber bestätigt das Schweizer Bundesamt für Justiz, dass „die Auslieferung des Betroffenen an Deutschland verfügt. Dagegen kann Beschwerde an das Bundesstrafgericht erhoben werden. Gegen Entscheide des Bundesstrafgerichts kann, wenn es um einen besonders wichtigen Fall geht, das Bundesgericht angerufen werden. Dieses entscheidet als letzte Instanz.“

Bis zur endgültigen Entscheidung könne aber ein halbes Jahr vergehen. Berger wird wegen des Verdachts auf schwere Steuerhinterziehung und des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs verfolgt. Anklagen hierzu stammen von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und der Staatsanwaltschaft Köln. 

In beiden Anklagen geht es um einen vermuteten Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Berger hat sich seit 2012 in die Schweiz abgesetzt, dort stellten die Behörden Auslieferungsersuche. Im Juli 2021 wurde er dort festgenommen. 

Noch im Mai erzählte Hanno Berger exklusiv unserem Portal, wie Ermittler das Gelände seiner Firma in Schlüchtern-Elm durchsuchten. Laut eigenen Aussagen hätten die Ermittler bei den Durchsuchungen kleine Goldmünzen im Wert von rund 10.000 Euro aufgefunden.

Die Cum-Ex-Geschäfte

Bei Cum-Ex-Geschäften nutzten Investoren eine Gesetzeslücke. Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit („cum“) und ohne („ex“) Ausschüttungsanspruch zwischen Beteiligten hin- und hergeschoben. Daraufhin erstatteten Finanzämter Kapitalertragsteuern, die nie gezahlt wurden. Im Jahr 2012 wurde das Steuerschlupfloch geschlossen. 

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