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Passfotos ab 2022 nur vom Amt? - Das hält ein Fotograf aus der Region von der Idee

Symbolbild


Donnerstag, 16.01.2020
von Moritz Pappert

Um Ausweise fälschungssicher zu machen, sollen Passbilder ab 2022 nur noch im Amt entstehen. Das sieht ein Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums vor. Bundestag und Bundesrat müssen in den kommenden Monaten allerdings noch abstimmen. Wir haben einen Fotografen gefragt, was das für die Fotoläden bedeuten würde.

Michael Krupinski von Fotofreund in Schlüchtern hat Bedenken bei der Umstellung. „Diese Info kam für uns sehr überraschend. Gerade für ältere Menschen wird das problematisch, da viele das Amt nicht mehr besuchen können. Viele Ämter sind sowieso schon unterbesetzt, das Fotografieren käme dann noch dazu“, so Krupinski. 

 Doch es gäbe noch ein viel schlimmeres Problem. „Ich denke, dass pro Geschäft ein bis zwei Mitarbeiter entfallen würden. Besonders für die Läden auf dem Land wäre das dramatisch. Viele Leben fast nur von Passbildern. Die wären ruiniert“, sagt Michael Krupinski. Der Centralverband Deutscher Berufsfotografen fürchtet Umsatzverluste in Höhe von rund 100 Millionen Euro jährlich. Für 5.500 Passämter sollen über11.000 Fotoautomaten aufgestellt werden.

Eine mögliche Lösung gibt es laut Krupinski schon seit mehreren Jahren. „Wie hätten schon die Software, dass wir Bilder direkt an die Kommunen schicken könnten. So könnten die Ämter direkt mit den Fotografen vor Ort zusammenarbeiten“, so der Fotograf. 

Die Stadt Gelnhausen könnte die Mehrarbeit laut der Pressesprecherin der Stadt, Elke Weigelt, stemmen. "Wenn das Gesetz so beschlossen wird, dann werden wir das hier auch so umsetzten. Da bleibt uns keine Wahl. Die Mehrarbeit könnten wir jedoch stemmen. Wir würden das auch personell so umsetzten, dass es funktioniert", sagt die Pressesprecherin auf Nachfrage von KINZIG.NEWS. Die Neuerungen sollen nach einer Übergangszeit von zwei Jahren in Kraft treten, etwa im Sommer 2022. +++

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