REGION

Rückkehr zur Normalität und zum Präsenzunterricht

13,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren machen derzeit 20 % unserer Bevölkerung und somit 20 % möglicher Kontakte aus. - Symbolbild: Pixabay.com


Donnerstag, 18.02.2021

COVID-19 wird uns noch eine Weile in Schach halten, während sich die gesamte Nation mehr und mehr nach Normalität sehnt: geregelt zur Arbeit oder einfach mal essen gehen zu können, die Kinder im produktiven Präsenzunterricht und unter Freunden zu wissen sowie nach Lust und Laune einen Kinofilm oder ein Theaterstück anzusehen. Erbauliche Momente gibt es allerdings auch. So brachte Bundesgesundheitsminister Spahn kürzlich Schnelltests für den Hausgebrauch ins Gespräch, die einige Spannungsfelder lösen könnten.

„In erste Linie ist notwendig, Kinder und Jugendliche wieder in Kindergärten und Schulen schicken zu können“, sagen Neurologin Dr. Raluca Rossi und Pflegedienstleitung Danica Radtke. Denn Bildung ist eines unserer höchsten Güter.

Dennoch sieht Dr. Rossi ein eklatantes Problem in der Komplettöffnung der Bildungsstätten. Die hoch ansteckende Mutationsvariante B117 trage massiv zur Verbreitung bei. Zwar seien Kinder nicht überproportional davon betroffen, wie unter anderem eine Studie des Imperial College in England belegte. Allerdings zeichnet eine österreichische Studie auch ein düsteres Bild der Ansteckungen an Schulen wie beispielsweise nach den vergangenen Herbstferien.

13,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren machen derzeit 20 % unserer Bevölkerung und somit 20 % möglicher Kontakte aus. Kehrte man an Schulen nun wieder zur Normalität zurück, müsste das bedeuten, an anderer Stelle eben diese 20 % Kontaktmöglichkeiten strikt einzusparen – sei es durch Home-Office oder weitere Verlängerung von harten Lockdown-Maßnahmen.

Die Priorisierung einzelner Gruppen ist daher ein Drahtseilakt, der selbst mit zunehmender Immunisierung durch Impfstoffe zunächst ein Vakuum entstehen lässt. Denn Kinder und Jugendliche werden vor dem kommenden Herbst vermutlich noch nicht geimpft werden können. Dass Schulen bis dahin geschlossen bleiben, ist vermutlich nicht nur für Dr. Rossi und Radtke allerdings undenkbar.

Was also tun, um Präsenzunterricht trotzdem früher möglich zu machen? Die Lösung könnte ein Sputum-Schnelltest (ein sog. Spucktest) sein. Dieser ist auch für Kinder einfach – kein bisschen unangenehm – und kann täglich zuhause durchgeführt werden. Eine kurze Video-Anleitung durch Fachpersonal genügt, um Eltern in die korrekte Durchführung des Tests einzuweisen. Fällt dieser positiv aus, muss selbstverständlich ein PCR-Test folgen, doch das Risiko, infiziert zur Schule oder in die Kita zu gehen, wird drastisch minimiert.

Kooperationen der Schulen und Kitas mit umliegenden Ärzten, Apotheken und Ambulanten Pflegediensten erleichtern sowohl Kurzschulungen als auch die Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit Wochenrationen an Sputum-Schnelltests.

Die Testbereitschaft schätzen Dr. Rossi und Radtke sehr hoch ein, ist diese Methode doch ein Vehikel zurück an die Ausbildungsstätten und ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Normalität. (PM) +++

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