GELNHAUSEN

Neue Praxis für Schmerzpatienten

Das Team der Gelnhäuser Praxis für Schmerztherapie. - Foto: Main-Kinzig-Kliniken


Dienstag, 08.06.2021

Chronische Schmerzen gelten in Deutschland als Volkskrankheit: Rund zwölf bis 15 Millionen Menschen leiden an länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. „Chronische Schmerzen wirken sich meist auf das gesamte Leben und den Alltag der Betroffenen aus“, sagt Frank Thiel, Facharzt für Anästhesiologie und Schmerztherapeut.

Er leitet die neue Praxis für Schmerztherapie am Medizinischen Versorgungszentrum Gelnhausen. Hier kommt für die Patienten eine breite Maßnahmenpalette zum Einsatz, um eine Schmerzreduktion, Verbesserung der Lebensqualität und des allgemeinen Wohlbefindens zu erzielen.

Von chronischen Schmerzen spricht man beispielsweise, wenn Schmerzen länger als sechs bis zwölf Wochen bestehen, so Thiel: „Sie können größere Körperbereiche betreffen und ohne erkennbare Ursache auftreten.“ Die meisten Patienten, die die Praxis aufsuchen, leiden unter wiederkehrenden Rücken-, Gelenk- oder Nervenschmerzen, Spannungskopfschmerz oder dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS).

Ganz eigenes Krankheitsbild

„Chronische Schmerzen bilden ihr ganz eigenes Krankheitsbild und sollten auch als solches behandelt werden“, macht der Schmerztherapeut deutlich. Wichtig sei es, eine möglichst umfassende Sicht auf die vorliegende Problematik zu werfen. Dies geschieht beispielsweise durch ausführliche Befragungen, das Sichten und Besprechen bisheriger Behandlungs- und Medikationsunterlagen sowie eine auf die individuellen Beschwerden abgestimmte körperliche Untersuchung. „Der Ersttermin bei uns dauert häufig länger als bei anderen Ärzten, unsere Patienten sollten hierfür ein bis zwei Stunden Zeit einplanen“, erläutert Thiel.

Anschließend werde gemeinsam mit dem Betroffenen ein Therapiekonzept erarbeitet, welches unterschiedliche Behandlungsansätze miteinander kombiniert. Den meisten Patienten könne auch bei starken Schmerzen mit Medikamenten sehr gut geholfen werden, berichtet Thiel: „Hinsichtlich der individuellen Schmerzstärke sowie der Art und Ursachedes Schmerzes stellen wir ein geeignetes Behandlungsschema auf.“ Doch auch wenn Medikamente häufig die Basis der Therapie bilden, führen allein diese selten zu einer langfristigen Verbesserung. „Eine ergänzende nicht-medikamentöse Therapie ist in den meisten Fällen anzuraten“, so der Mediziner mit Blick auf Physio- und Ergotherapie, Bewegungs- und Sporttherapie oder Wärme- beziehungsweise Kälteanwendung.

Breites Behandlungsspektrum

Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten der Elektrotherapie, Ohrakupunktur, verschiedener Entspannungstechniken sowie Biofeedback-Verfahren. Ergänzende Verfahren, die in der Praxis angeboten werden, sind die Neuraltherapie, die Infusionstherapie sowie Nervenblockaden. Trotz des breiten Behandlungsspektrums könne völlige Schmerzfreiheit nicht immer garantiert werden, betont Thiel. Eine wichtige Rolle spiele die eigenverantwortliche Unterstützung durch die Patienten selbst: „Wir möchten Menschen aktiv in ihrer Schmerzbewältigung begleiten, ihr Schmerzerleben verbessern und letztlich gemeinsam ihre Lebensqualität erhöhen.“

Die Praxis für Schmerztherapie befindet sich auf dem Gelände der Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen (Medizinisches Versorgungszentrum). Weitere Informationen erhalten Betroffene unter 06051 9141-413 und auf der Website www.mkkliniken.de/mvz-gn-schmerztherapie.aspx. (pm) +++

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