Der Haselmaus auf der Spur

Auf zur großen Nussjagd: Wer will mitmachen?

Die nur daumengroße Haselmaus ist eigentlich keine Maus, sondern eine kleine Verwandte des größeren Siebenschläfers. - Foto: Nabu/Dieter Bark


Montag, 26.09.2022

HESSEN - Im Herbst rufen NABU und NAJU Hessen Schulklassen, Kindergruppen und Familien zum Mitmachen bei der großen Nussjagd auf. Bis zum Januar des kommenden Jahres gilt es, in Wald und Flur auf die Suche nach angeknabberten Haselnüssen zu gehen und dabei der scheuen und gefährdeten Haselmaus auf die Spur kommen.

„Ohne die Hilfe der Kinder geht es nicht. Wir brauchen viele fleißige Nussjäger, um einen besseren Überblick über das Vorkommen der Haselmaus in Hessen zu erhalten“, erklärt NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Mit dem originellen Mitmach-Forschungsprojekt tragen die jungen Forscher dazu bei, mehr über die Verbreitung des seltenen Bilchs in Hessen herauszubekommen.

Da die Haselmaus immer weniger geeignete Lebensräume findet, ist die europaweit geschützte Art in Hessen mittlerweile selten geworden. Ihre heimliche Lebensweise führt dazu, dass es nur unvollständige Daten über ihr Verbreitungsgebiet gibt. Aber das kann sich mit Hilfe der jungen Naturforscher ändern. „Bei vorherigen Nussjagden konnten schon einige neue Nachweise des scheuen Bilchs erbracht werden“, erläutert Felix Schneeweiß, Landesjugendsprecher der NAJU Hessen.

Der Nussjagd-Forscherauftrag

Im Herbst rufen NABU und NAJU Hessen Schulklassen, Kindergruppen und Familien zum Mitmachen bei der großen Nussjagd auf. - Foto: NABU/Hartmut Mai

Im Herbst rufen NABU und NAJU Hessen Schulklassen, Kindergruppen und Familien zum Mitmachen bei der großen Nussjagd auf. - Foto: NABU/Hartmut Mai

Die Forschungsaufgabe der großen Nussjagd besteht darin, in die Natur hinauszugehen und von Tieren angeknabberte Haselnüsse zu untersuchen. Mit einer Bestimmungshilfe für Fraßspuren, die auf der Webseite www.nussjagd-hessen.de zum Herunterladen bereit steht oder beim NABU kostenfrei zu bestellen ist, können Kinder und ihre Betreuer entscheiden, ob aufgefundene Nüsse von Eichhörnchen, Maus, Nussbohrer oder Haselmaus geöffnet wurden.

Wenn die jungen Forscher von der Haselmaus benagte Nüsse finden, können sie maximal zehn davon zur fachmännischen Nachbestimmung an den NABU Hessen schicken. Jeder Einsendende erhält eine Rückmeldung, ob die eingeschickten Nüsse tatsächlich von der Haselmaus angefressen wurden. Die Große Nussjagd endet am 31. Januar 2023.

Zur Biologie der Haselmaus


Die nur daumengroße Haselmaus ist eigentlich keine Maus, sondern eine kleine Verwandte des größeren Siebenschläfers: Beides sind Bilche oder sogenannte Schlafmäuse. Wichtigste Gemeinsamkeit: Große schwarze Kulleraugen, buschig behaarte Schwänze und eine Leidenschaftlich für das Schlafen. Im Unterschied zum zwanzig Zentimeter großen Siebenschläfer (ohne Schwanz) wird die Haselmaus nur acht Zentimeter groß.

Sie macht auch keinen Radau auf dem Dachboden und beißt nicht. Dafür ist die Haselmaus voller Geheimnisse. Sie lebt meist hoch über unseren Köpfen in den Kronen der Bäume und meidet den riskanten Weg über den Erdboden. Der Kletterkünstler ist daher nur schwer zu beobachten und seine Verbreitung in Hessen weitgehend unbekannt. Nur manchmal finden Naturschützer bei der Reinigung von Nistkästen Hinweise auf den putzigen Baumkobold.

Mitmachmaterial zur Nussjagd


Zur Großen Nussjagd sind ein Infoblatt mit Bestimmungshilfe und ein Poster für das Klassenzimmer erhältlich. Die Materialien können beim NABU Hessen unter [email protected] bestellt werden. Auf der Aktionsseite www.nussjagd-hessen.de finden Lehrer und Gruppenleiter alle Unterlagen und weitere Unterrichtsmaterialien zum Herunterladen. (pm)

Foto: NABU/Jan Graef

Foto: NABU/Jan Graef

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